Spontan lebt sich gut
Nachholbedarf
Uiuiui, wenn ich mir das Datum des letzten Eintrags anschaue kriege ich ja glatt das gruseln: seit über zwei Monaten keine News mehr! Ich hoffe, ich bekomme das alles noch in den Griff, was ich in der Zeit so getrieben habe.
Aber ich werde mir Mühe geben... :)
Koh Tao
Die letzten Wochen auf Koh Tao waren eigentlich nicht sonderlich anders als die Wochen davor. Neben Dutzenden von Tauchgängen haben wir mehr oder weniger exzessiv gefeiert (meistens mehr :) und soooo viele Leute kennengelernt, es ist unglaublich. Leider, leider gehen viele DMT's nach relativ kurzer Zeit wieder heim, aber wir haben einen kleinen aber feinen Kern aufgebaut, der sich immer zur gleichen Zeit am gleichen Ort zur Abendgestaltungsplanung trifft.
Das ist insofern ziemlich genial, weil jeder immer mal neue Kunden aus den Shops mitbringt und wir so teilweise bis zu dreißig Leute sind und eine Party total rocken. *g*
Und da ich ja ein kommunikatives Bürschchen (geworden?) bin ist es wirklich so, dass ich am Ende fast die gesamte Insel kannte! Ich konnte kaum die Haupstrasse hochlaufen ohne dass ich mit zehn Leuten ein Schwätzchen halten "musste".
Besonders praktisch ist das latürnich, wenn man die Bedienungen in den Bars kennt. Dann bekommt man alles mögliche gratis, die besten Plätze und teilweise sogar den besten Platz im Restaurant als Stammplatz - sehr, sehr genial. *g*
Jedenfalls hatten wir eine echt witzige Truppe aufgestellt und in immer wechselnden Bungalows recht nette und recht exzessive Abende verbracht. :)
Mehr Leute
Und die Leute wachsen einem wirklich ans Herz. Ich habe drei super-süße und liebe Schwedinnen kennengelernt, mit denen ich mehr als zwei Monate zusammen war. Wir hatten eine unglaubliche Zeit und haben mehr oder weniger jeder freie Minute zusammen verbracht. Egal ob Dinner in Al's Bungalow oder einen vollen Tag am Strand, wir hatten immer was zu lachen und zu quatschen - fast wie Seelenverwandte. :)
Arbeit
Ich habe doch tatsächlich mal wieder Glück gehabt: da ich ja meine Ausbildung zum Divemaster relativ lange herausgezögert habe, habe ich am Ende schon ganz normal im Shop gearbeitet. Und wie es der Zufall will hat Al - einer der zwei permanenten DM's - eine zweimonatige Pause nehmen müssen und mich gefragt, ob ich nicht für ihn einspringen will.
Na klar will ich! :)
Also habe ich flott meinen DM abgeschlossen und ganz offiziell als Divemaster bei Asia Divers gearbeitet.
Falls jemand plant, etwas ähnliches zu tun (Reisen und in der Tauchbranche zu arbeiten): sei gewarnt!
Die Arbeit ist hart, weil man wirklich jeden Tag taucht, sich gut fühlen und die Kunden motivieren muss. Dazu kommt, dass man auf Koh Tao nur zwei Tage im Monat frei bekommt - allerding einen schon für den Visa-Run benötigt. Dazu kommt die Shop-Arbeit, die auch schlaucht. Da bleibt wirklich nicht viel Energie, noch feiern zu gehen.
Achja, die Bezahlung ist auch mist! :)
Man kann gerade so von der Divemaster-Bezahlung auf Koh Tao leben, aber nix sparen.
Also hatte ich nach gut einem Monat genug, da ich wirklich jeden Tag müde war und mich die Divesites total gelangweilt haben.
Mausi I :)
Während meiner Zeit als DMT habe ich "zufällig" einer Tauchlehrerin assistiert, die eine Gruppe von sieben Schwedinnen als Studenten hatte. Der Kurs war total witzig und ich habe mich noch ab und an - freundschaftlich - mit der Lehrerin getroffen.
Sie musste dann leider wieder zurück nach Kao Lak, das auf der anderen Seite der Küste liegt und wieder auf ihrem Liveaboard arbeiten - nicht das gleiche, dass ich damals gemacht habe, aber im selben Gebiet, den Similan Islands.
Wir sind per SMS in Kontakt geblieben und sie hat mich gefragt, ob ich nicht Lust habe, auf den nächsten Liveaboard-Trip zu kommen.
Gesagt getan: ich habe noch zwei weitere Leute überreden können und schon waren wir unterwegs.
Mausi II
Der Trip war wirklich ziemlich genial, das Boot erheblich besser als das vom ersten Trip und wir hatten eine Menge Spass. Und wie es der Zufall will haben Melissa - die Tauchlehrerin - und ich uns auf dem Trip extrem gut verstanden.
So gut, dass ich den nächsten Trip gleich auch noch gemacht habe und wir danach ganz offiziell ein Paar waren. :)
Leider musste ich dann aber zurück nach Koh Tao um alle meine Sachen zu regeln, die ich noch offen hatte, meine Rechnungen zu bezahlen etc.
Also bin ich für ein paar Tage auf die andere Seite gedüst, habe alles geregelt, sechs Leute für den nächsten Liveaboard-Trip organisiert und bin wieder nach Kao Lak gezuckelt - diesmal mit all meinem Kram.
Ich hab ja fast ein Tränchen aus dem Auge quetschen müssen, als es soweit war, endlich "Goodbye Koh Tao" zu sagen. Total viele Leute haben sich von mir am Pier noch verabschiedet und mir nachgewunken. *seufz*
Das war es dann erstmal mit Koh Tao für diese Weltreise...
Mausi III
Allerdings war der nächste Trip dann auch extrem genial: meine drei schwedischen Haserl waren da, Anton, Jose, Pix - all die Leute, mit denen ich sonst die Abende auf Parties verbringe.
Und wir hatten eine echt coole Zeit - bis die Mädels dann nach dem Trip abreisen mussten. Und zwar endgültig und nach Hause.
Das war wirklich ziemlich hart... *seufz*
More Liveaboard
Aber da ich jetzt ja schonmal da war habe ich halt gleich die nächsten paar Liveaboards mitgemacht und sogar arbeiten können! Dementsprechend waren die Trips nicht nur günstig sondern ich habe sogar etwas Geld verdienen können.
Und ich habe tatsächlich meinen ersten Whaleshark gesehen! Mantas hatten wir auf den vorherigen Trips auch fast immer (einen Tauchgang haben wir komplett - also 50 Minuten - mit zwei riesigen Mantas verbracht :) aber das war mein erster Whaleshark.
Es war ein Baby und "nur" etwa vier Meter lang - aber unglaublich elegant und total beeindruckend. Meine Kunden waren überglücklich und wir sind nachher nochmal mit dem Walhai geschnorchelt. Dabei ist er bis auf einen halben Meter an mich herangeschwommen, bevor er ganz knapp unter mir durchgetaucht ist. Unbeschreiblich...
Was nun?
Nach dem sechsten Trip war dann leider die Saison in Kao Lak zu Ende und Melissa und ich wussten nicht so recht was wir als nächstes machen wollen. Aber genau in dem Moment bekommt Melissa eine email von jemandem aus einem anderen Diveshop, der dringend einen Instructor braucht und auch für mich einen Job als Divemaster hätte ... perfekt!
Das ganze wäre in Indonesien - genauer Gili Trawangan, das gleich neben Lombok liegt - und erstmal für unbegrenzte Zeit.
Natürlich haben wir zugesagt und eine Flugroute ausgesucht, die besonders günstig ist um ein bizzl die Kosten zu drücken.
Deshalb also der nächste Stop...
Singapur
Singapur ist schweineteuer - sogar im Vergleich zu Europa ist es nicht wirklich viel günstiger. Oder ich bin einfach sehr verwöhnt von Thailand. :)
Aber wieder haben wir Glück gehabt:
Einer von unseren Kollegen vom Liveaboard wollte gerade nach Hause fliegen und hat eine Wohnung in Singapore.
Warum also nicht zusammen fliegen?
Also sind er, seine Freundin, Melissa und ich zusammen aufgebrochen und Gerald war wirklich ein aussergewöhlich guter Gastgeber. Wir haben umsonst in seiner (300 Quadratmeter, AirCon, drei Schlafzimmer) Wohnung gewohnt, er hat uns mit seinem Auto (5er BMW :) durch die Gegend kutschiert, und die besten Preise für alles besorgt (da er local ist) und uns das beste lokale Essen der Stadt gezeigt.
Da wir unser Visum für Indonesien beantragen mussten (oder besser gesagt, Melissa - denn für Leute aus den Niederlanden ist es mittlerweile schwierig, ein Visum für Indonesien zu bekommen) haben wir unseren Aufenthalt auf fünf Tage festgesetzt und es uns gut gehen lassen. Wir haben zwar eine Menge Geld ausgegeben, aber dafür auch eine geniale Zeit gehabt.
Singapur ist unglaublich reich und die Läden sind gigantisch gross. Besonders günstig sind elektronische Geräte und ein riesiger Mall ist voll von Läden, die nur den Kram verkaufen.
Und da unser Führer ja wirklich fast die ganze Stadt kennt - man musste nur einen Laden erwähnen und er konnte einem den Besitzer plus Familiensituation und blahblah nennen *kopfschüttel* - und so unglaublich günstige Preise bekommt, habe ich auch gleich zugeschlagen und mir den besten Regulator gekauft, den man sich leisten kann - zu einem unschlagbaren Preis! *g*
Und nachdem wir uns an lecker Essen sattgegessen, viel geshopt und uns tausendfach bedankt hatten (und ich meinen Schlafsack bei Gerald liegen hab lassen :/ ) ging es weiter nach ...
Bali - Kuta
Kuta ist die Touristenmetropole von Bali und trotzdem echt nett. Unglaublich viele Surfer springen da rum und man kommt total günstig an Surfer-Klamotten, die sogar echt sind. Ist mir zwar egal, ob echt oder fake, aber die Qualität ist angeblich besser.
Man wir sehen, denn ich habe meine mittlerweile ein bizzl zertragene Garderobe aufgepeppt oder ersetzt: meine gute, alte Reisehose war nun doch am Ende und ich habe eine weitere kurze Hose plus ein neues Hemd - letzteres ist besonders wichtig, da ab und an ein Hemd in einer Wäscherei verschwindet und man es erst merkt, wenn man schon meilenweit weg ist. :)
Ansonsten kann man in Kuta auch gut feiern (was wir natürlich getan haben) und besonders wenn man Arak - ein recht milder aber starker Alkohol - trinkt, wird es ein kurzer aber lustiger Abend. *g*
Besonders spassig ist übrigens Geldwechseln in Kuta: Dollarnoten werden nur genommen (und das ist kein Witz!) wenn:
I) sie nicht verknittert sind
II) sie keine Flecken oder Risse haben
III) sie aus dem Jahr 2001 oder später sind
IV) sie NICHT aus der Serie QT, HT oder zehn anderen (willkürlichen?) Serien sind
Und das ist kein Quatsch, also sorgt dafür, dass ihr Travellers Cheques oder ordentliche Noten habt, wenn ihr nach Bali kommt. Ich fand das ganze irgendwie lustig und als wir dann endlich den entsprechenden Betrag in Rupiah ausgezahlt bekommen sollten habe ich immer irgendwelche Noten genommen und auch gesagt: "Nicht diese Serie!" oder "Nicht die blauen!" ... ich fands zum schiessen, die Frau in der Bank nicht. *lol*
Nach drei Tagen war es dann genug Kuta und wir sind ins Boot zu unserem vorerst letzten Ziel gehüpft:
Gili Trawangan
Okay, wie muss man sich Gili vorstellen?
Sehr ähnlich wie Koh Tao, aber viel kleiner und viel relaxter. Man kann in ca. 30 Minuten um die ganze Insel laufen und es gibt genau ein Dorf, das hat allerdings sechs Tauchschulen. *g*
Es gibt kein reines Süsswasser, sodass man beim Duschen und zähneputzen halb salziges Wasser nehmen muss - das stört mich aber seltsamerweise überhaupt nicht.
Unsere Tauchschule heisst Manta Dive und ist eine der zwei grössten. Allerdings heisst das auf dieser Insel nicht viel, denn sie ist eben sehr winzig.
Wir haben ja so viele Horrorstories über das tauchen hier gehört, bevor wir auf die Insel gekommen sind, dass wir wirklich nicht mehr sicher waren, ob wir nicht doch absagen sollen.
Aber es ist alles übertrieben:
Ja, die Korallen sind dank ausgibiger Dynamitfischerei grösstenteils zerstört.
Ja, es ist alles Drift-Diving.
Ja, die Boote sind bestenfalls als "wackelig" zu bezeichnen.
Aber Drift-Diving ist cool und easy, die Boote sind stabil genug und seit ich tauche werde ich auch nicht mehr Seekrank und es gibt hier ein paar super-schöne Divesites mit Korallen und allem.
Plus man sieht auf jedem, Tauchgang Haie, Cuttlefish (ich weiss nicht, was das auf Deutsch ist), Bumphead Parrotfish ... den ganzen grossen Kram halt.
Ich würde also sagen, es ist besser als auf Koh Tao, auch wenn die Korallen teilweise echt schlimm aussehen...
Bungalow
Unsere erste Mission war dann auch, einen schönen Platz zum wohnen zu finden, da wir mindestens zwei Monate hier sein werden. Und wir haben uns diesmal wirklich etwas gegönnt, sind aber total froh, dass wir es gemacht haben:
Wir haben einen Bungalow mit heissem (salzigem) Wasser und Klimaanlage. *g*
Der Preis ist trozt allem super, wir zahlen weniger als auf Koh Tao - allerdings ist hier sowieso alles günstiger, also ist das nicht wirklich vergleichbar.
Trotzdem, das ist es uns wert und wir haben uns schon mehr als einmal gefreut, wenn wir aus der Hitze in unser Zimmer kamen. Und man schläft soviel besser... :)
Arbeit
Im Moment ist es noch relativ ruhig auf der Insel, da die stressige Saison erst anfängt. Also sind Melissa und ich erstmal nur auf fundives gegangen um die Divesites kennenzulernen. Nach ein paar Tauchgängen hatte ich dann meine ersten Kunden und so wird es dann wohl auch weitergehen, wenn ich wieder auf dem Damm bin.
Ich habe im Moment die erste etwas schwerere Krankheit, seit ich unterwegs bin. Die Leute, die hier schon länger sind sagen, es ist Dengue-Fieber, aber ich glaube das nicht so recht. Jedenfalls hatte ich drei Tage lang hohes Fieber in Schüben und konnte nicht wirklich schlafen.
Heute ist das Fieber aber fast weg und abgesehen davon, dass ich nicht wirklich was essen kann und ein bizzl dürr geworden bin (:) geht es mir schon erheblich besser.
Wahrscheinlich ist es bald vorbei, aber wenn die Antibiotika nicht helfen werde ich in den nächsten Tagen in ein Krankenhaus auf Kuta gehen um mich mal durchchecken zu lassen. :)
Sodale, das sollte erstmal genügen - die Internetverbindungen heri sind unter aller sau, sodass ich teilweise ne halbe Stunde auf meine emails warten muss. Wundert euch also nicht, wenn ich sogar länger als sonst schon brauche, um euch zu antworten... *g*
Ganz liebe Grüsse aus der Hitze
Che
