Einmal Welt und zurück

Donnerstag, Mai 12, 2005

Spontan lebt sich gut

Nachholbedarf
Uiuiui, wenn ich mir das Datum des letzten Eintrags anschaue kriege ich ja glatt das gruseln: seit über zwei Monaten keine News mehr! Ich hoffe, ich bekomme das alles noch in den Griff, was ich in der Zeit so getrieben habe.
Aber ich werde mir Mühe geben... :)


Koh Tao
Die letzten Wochen auf Koh Tao waren eigentlich nicht sonderlich anders als die Wochen davor. Neben Dutzenden von Tauchgängen haben wir mehr oder weniger exzessiv gefeiert (meistens mehr :) und soooo viele Leute kennengelernt, es ist unglaublich. Leider, leider gehen viele DMT's nach relativ kurzer Zeit wieder heim, aber wir haben einen kleinen aber feinen Kern aufgebaut, der sich immer zur gleichen Zeit am gleichen Ort zur Abendgestaltungsplanung trifft.
Das ist insofern ziemlich genial, weil jeder immer mal neue Kunden aus den Shops mitbringt und wir so teilweise bis zu dreißig Leute sind und eine Party total rocken. *g*
Und da ich ja ein kommunikatives Bürschchen (geworden?) bin ist es wirklich so, dass ich am Ende fast die gesamte Insel kannte! Ich konnte kaum die Haupstrasse hochlaufen ohne dass ich mit zehn Leuten ein Schwätzchen halten "musste".

Besonders praktisch ist das latürnich, wenn man die Bedienungen in den Bars kennt. Dann bekommt man alles mögliche gratis, die besten Plätze und teilweise sogar den besten Platz im Restaurant als Stammplatz - sehr, sehr genial. *g*
Jedenfalls hatten wir eine echt witzige Truppe aufgestellt und in immer wechselnden Bungalows recht nette und recht exzessive Abende verbracht. :)


Mehr Leute
Und die Leute wachsen einem wirklich ans Herz. Ich habe drei super-süße und liebe Schwedinnen kennengelernt, mit denen ich mehr als zwei Monate zusammen war. Wir hatten eine unglaubliche Zeit und haben mehr oder weniger jeder freie Minute zusammen verbracht. Egal ob Dinner in Al's Bungalow oder einen vollen Tag am Strand, wir hatten immer was zu lachen und zu quatschen - fast wie Seelenverwandte. :)

Arbeit
Ich habe doch tatsächlich mal wieder Glück gehabt: da ich ja meine Ausbildung zum Divemaster relativ lange herausgezögert habe, habe ich am Ende schon ganz normal im Shop gearbeitet. Und wie es der Zufall will hat Al - einer der zwei permanenten DM's - eine zweimonatige Pause nehmen müssen und mich gefragt, ob ich nicht für ihn einspringen will.
Na klar will ich! :)
Also habe ich flott meinen DM abgeschlossen und ganz offiziell als Divemaster bei Asia Divers gearbeitet.
Falls jemand plant, etwas ähnliches zu tun (Reisen und in der Tauchbranche zu arbeiten): sei gewarnt!
Die Arbeit ist hart, weil man wirklich jeden Tag taucht, sich gut fühlen und die Kunden motivieren muss. Dazu kommt, dass man auf Koh Tao nur zwei Tage im Monat frei bekommt - allerding einen schon für den Visa-Run benötigt. Dazu kommt die Shop-Arbeit, die auch schlaucht. Da bleibt wirklich nicht viel Energie, noch feiern zu gehen.
Achja, die Bezahlung ist auch mist! :)
Man kann gerade so von der Divemaster-Bezahlung auf Koh Tao leben, aber nix sparen.
Also hatte ich nach gut einem Monat genug, da ich wirklich jeden Tag müde war und mich die Divesites total gelangweilt haben.


Mausi I :)
Während meiner Zeit als DMT habe ich "zufällig" einer Tauchlehrerin assistiert, die eine Gruppe von sieben Schwedinnen als Studenten hatte. Der Kurs war total witzig und ich habe mich noch ab und an - freundschaftlich - mit der Lehrerin getroffen.
Sie musste dann leider wieder zurück nach Kao Lak, das auf der anderen Seite der Küste liegt und wieder auf ihrem Liveaboard arbeiten - nicht das gleiche, dass ich damals gemacht habe, aber im selben Gebiet, den Similan Islands.

Wir sind per SMS in Kontakt geblieben und sie hat mich gefragt, ob ich nicht Lust habe, auf den nächsten Liveaboard-Trip zu kommen.
Gesagt getan: ich habe noch zwei weitere Leute überreden können und schon waren wir unterwegs.


Mausi II
Der Trip war wirklich ziemlich genial, das Boot erheblich besser als das vom ersten Trip und wir hatten eine Menge Spass. Und wie es der Zufall will haben Melissa - die Tauchlehrerin - und ich uns auf dem Trip extrem gut verstanden.
So gut, dass ich den nächsten Trip gleich auch noch gemacht habe und wir danach ganz offiziell ein Paar waren. :)

Leider musste ich dann aber zurück nach Koh Tao um alle meine Sachen zu regeln, die ich noch offen hatte, meine Rechnungen zu bezahlen etc.
Also bin ich für ein paar Tage auf die andere Seite gedüst, habe alles geregelt, sechs Leute für den nächsten Liveaboard-Trip organisiert und bin wieder nach Kao Lak gezuckelt - diesmal mit all meinem Kram.
Ich hab ja fast ein Tränchen aus dem Auge quetschen müssen, als es soweit war, endlich "Goodbye Koh Tao" zu sagen. Total viele Leute haben sich von mir am Pier noch verabschiedet und mir nachgewunken. *seufz*
Das war es dann erstmal mit Koh Tao für diese Weltreise...


Mausi III
Allerdings war der nächste Trip dann auch extrem genial: meine drei schwedischen Haserl waren da, Anton, Jose, Pix - all die Leute, mit denen ich sonst die Abende auf Parties verbringe.
Und wir hatten eine echt coole Zeit - bis die Mädels dann nach dem Trip abreisen mussten. Und zwar endgültig und nach Hause.
Das war wirklich ziemlich hart... *seufz*


More Liveaboard
Aber da ich jetzt ja schonmal da war habe ich halt gleich die nächsten paar Liveaboards mitgemacht und sogar arbeiten können! Dementsprechend waren die Trips nicht nur günstig sondern ich habe sogar etwas Geld verdienen können.
Und ich habe tatsächlich meinen ersten Whaleshark gesehen! Mantas hatten wir auf den vorherigen Trips auch fast immer (einen Tauchgang haben wir komplett - also 50 Minuten - mit zwei riesigen Mantas verbracht :) aber das war mein erster Whaleshark.
Es war ein Baby und "nur" etwa vier Meter lang - aber unglaublich elegant und total beeindruckend. Meine Kunden waren überglücklich und wir sind nachher nochmal mit dem Walhai geschnorchelt. Dabei ist er bis auf einen halben Meter an mich herangeschwommen, bevor er ganz knapp unter mir durchgetaucht ist. Unbeschreiblich...


Was nun?
Nach dem sechsten Trip war dann leider die Saison in Kao Lak zu Ende und Melissa und ich wussten nicht so recht was wir als nächstes machen wollen. Aber genau in dem Moment bekommt Melissa eine email von jemandem aus einem anderen Diveshop, der dringend einen Instructor braucht und auch für mich einen Job als Divemaster hätte ... perfekt!
Das ganze wäre in Indonesien - genauer Gili Trawangan, das gleich neben Lombok liegt - und erstmal für unbegrenzte Zeit.
Natürlich haben wir zugesagt und eine Flugroute ausgesucht, die besonders günstig ist um ein bizzl die Kosten zu drücken.
Deshalb also der nächste Stop...


Singapur
Singapur ist schweineteuer - sogar im Vergleich zu Europa ist es nicht wirklich viel günstiger. Oder ich bin einfach sehr verwöhnt von Thailand. :)
Aber wieder haben wir Glück gehabt:
Einer von unseren Kollegen vom Liveaboard wollte gerade nach Hause fliegen und hat eine Wohnung in Singapore.
Warum also nicht zusammen fliegen?
Also sind er, seine Freundin, Melissa und ich zusammen aufgebrochen und Gerald war wirklich ein aussergewöhlich guter Gastgeber. Wir haben umsonst in seiner (300 Quadratmeter, AirCon, drei Schlafzimmer) Wohnung gewohnt, er hat uns mit seinem Auto (5er BMW :) durch die Gegend kutschiert, und die besten Preise für alles besorgt (da er local ist) und uns das beste lokale Essen der Stadt gezeigt.
Da wir unser Visum für Indonesien beantragen mussten (oder besser gesagt, Melissa - denn für Leute aus den Niederlanden ist es mittlerweile schwierig, ein Visum für Indonesien zu bekommen) haben wir unseren Aufenthalt auf fünf Tage festgesetzt und es uns gut gehen lassen. Wir haben zwar eine Menge Geld ausgegeben, aber dafür auch eine geniale Zeit gehabt.

Singapur ist unglaublich reich und die Läden sind gigantisch gross. Besonders günstig sind elektronische Geräte und ein riesiger Mall ist voll von Läden, die nur den Kram verkaufen.
Und da unser Führer ja wirklich fast die ganze Stadt kennt - man musste nur einen Laden erwähnen und er konnte einem den Besitzer plus Familiensituation und blahblah nennen *kopfschüttel* - und so unglaublich günstige Preise bekommt, habe ich auch gleich zugeschlagen und mir den besten Regulator gekauft, den man sich leisten kann - zu einem unschlagbaren Preis! *g*

Und nachdem wir uns an lecker Essen sattgegessen, viel geshopt und uns tausendfach bedankt hatten (und ich meinen Schlafsack bei Gerald liegen hab lassen :/ ) ging es weiter nach ...


Bali - Kuta
Kuta ist die Touristenmetropole von Bali und trotzdem echt nett. Unglaublich viele Surfer springen da rum und man kommt total günstig an Surfer-Klamotten, die sogar echt sind. Ist mir zwar egal, ob echt oder fake, aber die Qualität ist angeblich besser.
Man wir sehen, denn ich habe meine mittlerweile ein bizzl zertragene Garderobe aufgepeppt oder ersetzt: meine gute, alte Reisehose war nun doch am Ende und ich habe eine weitere kurze Hose plus ein neues Hemd - letzteres ist besonders wichtig, da ab und an ein Hemd in einer Wäscherei verschwindet und man es erst merkt, wenn man schon meilenweit weg ist. :)

Ansonsten kann man in Kuta auch gut feiern (was wir natürlich getan haben) und besonders wenn man Arak - ein recht milder aber starker Alkohol - trinkt, wird es ein kurzer aber lustiger Abend. *g*

Besonders spassig ist übrigens Geldwechseln in Kuta: Dollarnoten werden nur genommen (und das ist kein Witz!) wenn:
I) sie nicht verknittert sind
II) sie keine Flecken oder Risse haben
III) sie aus dem Jahr 2001 oder später sind
IV) sie NICHT aus der Serie QT, HT oder zehn anderen (willkürlichen?) Serien sind

Und das ist kein Quatsch, also sorgt dafür, dass ihr Travellers Cheques oder ordentliche Noten habt, wenn ihr nach Bali kommt. Ich fand das ganze irgendwie lustig und als wir dann endlich den entsprechenden Betrag in Rupiah ausgezahlt bekommen sollten habe ich immer irgendwelche Noten genommen und auch gesagt: "Nicht diese Serie!" oder "Nicht die blauen!" ... ich fands zum schiessen, die Frau in der Bank nicht. *lol*

Nach drei Tagen war es dann genug Kuta und wir sind ins Boot zu unserem vorerst letzten Ziel gehüpft:


Gili Trawangan
Okay, wie muss man sich Gili vorstellen?
Sehr ähnlich wie Koh Tao, aber viel kleiner und viel relaxter. Man kann in ca. 30 Minuten um die ganze Insel laufen und es gibt genau ein Dorf, das hat allerdings sechs Tauchschulen. *g*
Es gibt kein reines Süsswasser, sodass man beim Duschen und zähneputzen halb salziges Wasser nehmen muss - das stört mich aber seltsamerweise überhaupt nicht.

Unsere Tauchschule heisst Manta Dive und ist eine der zwei grössten. Allerdings heisst das auf dieser Insel nicht viel, denn sie ist eben sehr winzig.
Wir haben ja so viele Horrorstories über das tauchen hier gehört, bevor wir auf die Insel gekommen sind, dass wir wirklich nicht mehr sicher waren, ob wir nicht doch absagen sollen.
Aber es ist alles übertrieben:
Ja, die Korallen sind dank ausgibiger Dynamitfischerei grösstenteils zerstört.
Ja, es ist alles Drift-Diving.
Ja, die Boote sind bestenfalls als "wackelig" zu bezeichnen.
Aber Drift-Diving ist cool und easy, die Boote sind stabil genug und seit ich tauche werde ich auch nicht mehr Seekrank und es gibt hier ein paar super-schöne Divesites mit Korallen und allem.
Plus man sieht auf jedem, Tauchgang Haie, Cuttlefish (ich weiss nicht, was das auf Deutsch ist), Bumphead Parrotfish ... den ganzen grossen Kram halt.
Ich würde also sagen, es ist besser als auf Koh Tao, auch wenn die Korallen teilweise echt schlimm aussehen...


Bungalow
Unsere erste Mission war dann auch, einen schönen Platz zum wohnen zu finden, da wir mindestens zwei Monate hier sein werden. Und wir haben uns diesmal wirklich etwas gegönnt, sind aber total froh, dass wir es gemacht haben:
Wir haben einen Bungalow mit heissem (salzigem) Wasser und Klimaanlage. *g*
Der Preis ist trozt allem super, wir zahlen weniger als auf Koh Tao - allerdings ist hier sowieso alles günstiger, also ist das nicht wirklich vergleichbar.
Trotzdem, das ist es uns wert und wir haben uns schon mehr als einmal gefreut, wenn wir aus der Hitze in unser Zimmer kamen. Und man schläft soviel besser... :)


Arbeit
Im Moment ist es noch relativ ruhig auf der Insel, da die stressige Saison erst anfängt. Also sind Melissa und ich erstmal nur auf fundives gegangen um die Divesites kennenzulernen. Nach ein paar Tauchgängen hatte ich dann meine ersten Kunden und so wird es dann wohl auch weitergehen, wenn ich wieder auf dem Damm bin.
Ich habe im Moment die erste etwas schwerere Krankheit, seit ich unterwegs bin. Die Leute, die hier schon länger sind sagen, es ist Dengue-Fieber, aber ich glaube das nicht so recht. Jedenfalls hatte ich drei Tage lang hohes Fieber in Schüben und konnte nicht wirklich schlafen.
Heute ist das Fieber aber fast weg und abgesehen davon, dass ich nicht wirklich was essen kann und ein bizzl dürr geworden bin (:) geht es mir schon erheblich besser.
Wahrscheinlich ist es bald vorbei, aber wenn die Antibiotika nicht helfen werde ich in den nächsten Tagen in ein Krankenhaus auf Kuta gehen um mich mal durchchecken zu lassen. :)


Sodale, das sollte erstmal genügen - die Internetverbindungen heri sind unter aller sau, sodass ich teilweise ne halbe Stunde auf meine emails warten muss. Wundert euch also nicht, wenn ich sogar länger als sonst schon brauche, um euch zu antworten... *g*

Ganz liebe Grüsse aus der Hitze
Che

Mittwoch, Februar 23, 2005

Allein auf Koh Tao

Alle weg!
Die Trauer ist groß: gestern ist mein Koh Tao-Bruder Oscar nach Australien abgereist. Ist echt komisch irgendwie. Wir haben jeden Tag irgendeinen Quatsch gemacht,. abends immer bei mir oder ihm rumgehangen und sind dann auf die Piste gegangen.
Da in letzter Zeit die "Basis-DMT's", also die Leute, mit denen wir immer Party gemacht haben abgereist sind, waren wir so ziemlich das Zentrum aller Feier-Aktivitäten.
Besonders, da wir die einzigen waren, die keine Drogen nehmen. Alle anderen sind halt irgendwann um zehn in der Rockbar mit zwanzig Joints im Kopf versackt - nur wir haben Sairee-Beach (das Party-Zentrum auf Koh Tao :) unsicher gemacht.
Das war schon eine coole Zeit... *seufz*


Pre-Abreise Quatsch
In den letzten Tagen haben wir aber auch nochmal ein bizzl unsere Grenzen neu gesteckt: in zwei enormen 70 Minuten Tauchgängen (bei denen uns der Captain des Bootes jedesmal gesagt hat, dass er das nächste Mal ohne uns fährt) haben wir auf dem Grund der populärsten divesite einen gigantischen Kompass gebaut, der sogar genau nach Norden zeigt. Wenn man einen Fundive leitet kann man kaum anders, als direkt dran vorbei zu schwimmen. *g*
Das war aber auch ein Stress: die ganzen toten Korallen zusammentragen (wobei wir immer peinlich genau drauf geachtet haben, dass kein Tier drin wohnt), dann die Form bestimmen, mehr Korallen holen, die Grundstruktur bauen, viiiiiiel mehr Korallen holen ... undsoweiter.
Aber es hat sich gelohnt, wir haben Koh Tao unseren Stempel aufgedrückt. *g*


Mehr Grenzen
Laut PADI dürfen wir ja eigentlich keine "Overhead Environments" (also Wracks oder Höhlen oderso) tauchen, da wir den Extra-Kurs dafür nicht belegt und auch nicht die richtige Ausrüstung haben.

Eigentlich...

Glücklicherweise ist uns das ganze relativ egal, sodass wir auf einem Tauchgang überglücklich waren, als wir hinter einem Felsen einen bisher unentdeckten swim-through gefunden haben. Und noch glücklicher waren wir, als sich rausstellte, dass sich dahinter ein relativ großes Labyrinth von Höhlen verbirgt! :)
Also haben wir uns aufgemacht und das Labyrinth ein bizzl erkundet.
Tatsächlich ist scheinbar nur ein kleiner Seiteneingang zu dem Labyrinth bisher bekannt, den Rest haben wir wirklich neu entdeckt. Der Seiteneingang ist nur ein swim-through, führt aber an einer Art Fenster vorbei, das in unser Höhlensystem schaut.
Also sind Oscar und ich in den nächstbesten Laden gestiefelt und haben uns eine kleine Plastikfigur gekauft. Mit Bleigewicht und Schnur bewaffnet sind wir dann wieder runter und haben uns in das Labyrinth vorgekämpft.
Das ganze ist ein bizzl schwer, da wir teilweise unser Equipment ausziehen mussten um uns durch die Durchgänge zu quetschen. Bei der letzten Höhle, die zum Fenster führt hat Oscar dann eine Schnur um meine Hüfte gebunden und ich bin in den Durchgang gekrochen - BCD und Tank vor mir herschiebend. Falls ich stecken geblieben wäre hätte Oscar mich dann (hoffentlich :) an der Schnur zurückziehen können.
In der Höhle angekommen habe ich die Figur mit dem Gewicht beschwert und so plaziert, dass man sie durch das Fenster sehen kann - aber niemals erreichen. *g*
Sieht super-witzig aus, wenn man in das Fenster schaut und eine kleine, gelbe Badeente in der Mitte der Höhle schwebt... *lach*


Die dolle 100
Vor einigen Tagen haben wir dann auch endlich unseren hundersten Tauchgang gehabt. Der wird hier immer ein bizzl aussergewöhnlich getaucht: einen Tag vor uns haben zwei Mädels von Buddhaview (eine andere Tauchschule) einen kompletten Tauchgang nackt gemacht. Nur ein Schild mit "100" darauf hatten sie um den Hals! *g*

Das zu toppen war natürlich nicht möglich, aber wir haben unser Bestes gegeben: nur in Schwimmshorts habe ich meine BCD (das ist wie eine Jacke, die einem den nötigen Auftrieb gibt und den Tank hält) angezogen und Oscars BCD an meinem Tank befestigt. Dann sind wir so ins Wasser, Oscar ist ohne Gear und nur mit Flossen und Maske neben mir hergeschwommen und hat ab und an von seinem Tank geatmet.
An der meistfrequentierten Stelle habe ich dann unser Gear abgesetzt und wir sind nur mit Maske und Flossen durch die Gegend geschwommen und haben ab und an einen Atemzug aus den Flaschen genommen - und das ganze bei 18 Metern Tiefe! :)
Verdutzte Gesichter und eine Menge Gelächter plus ein paar richtig geniale Fotos waren das Ergebnis und wir hatten tierisch Spaß. Es ist ein unglaubliches Gefühl von Freiheit, ohne Gear zu tauchen.
Sobald Paul wieder hier ist müssen wir das mal bei 30 Metern machen...


Fishing for ... fish
Auch sehr nett war unser kleiner Angelausflug vor einer Woche: Mit Dom, Oscar und Tony bin ich auf ein kleines Bootchen und wir sind nachts mit unserem Captain rausgefahren um Fische zu fangen.
Viele Fische!
Große Fische!!
Nach nur drei Stunden hatten wir zwei große Red Snapper, sechs Striped Trevally und eine Longfin Trevally im Boot - insgesamt 12 Kilo Fisch!
Einen Snapper und eine Trevally hat unser Captain dann noch auf dem Boot zubereitet - ihr glaubt garnicht, wie genial das schmeckt. Frischer geht es nimmer und mit den Thai-Gewürzen und Sticky Rice ... unbeschreiblich. :)

Die restlichen Fische haben wir am nächsten Tag dann vor meinem Bungalow gegrillt und mit meinen Thai-Nachbarn verspeist. Die haben sich gefreut wie die Schneekönige, weil dieser Fisch scheinbar sogar in Thailand recht teuer ist und wir ihn halt in Mengen hatten. Also haben wir so richtig schön geschlemmt und dafür eine Einladung zu einem echt thailändischen Barbeque am nächsten Tag bekommen.
Und auch wenn man es nicht erwartet: die Thai wissen, wie man Barbeque macht!
Einer meiner Nachbarn hat ein Boot und geht jeden Tag Squid fangen. Also hatten wir ein Squid-Barbeque der feinsten Art: zehn Kilo fangfrischer Tintenfisch, auf ein Dutzend verschiedene Arten zubereitet und gegrillt! *mjam*
Wir haben stundenlang einfach nur dagesessen, versucht Thai zu reden und haben gegessen und gegessen und gegessen - Pah hat keine Ruhe gegeben, bis wir jede einzelne Speise zumindest probiert hatten.
Und dann gab es natürlich den selbstgebrannten Thai-Whisky dazu... alter Schwede! *g*
Ein sehr, sehr lustiger Abend und scheinbar spricht man besser Thai, wenn man betrunken ist. Jedenfalls hatten wir nachher kaum noch Probleme, uns verständlich zu machen ... oder die Themen wurden extrem einfach! ;)


Schnorcheltest
Oscars persönlicher Tiefpunkt in Sachen trinken war dann vor zwei Tagen.
Stichwort: Schnorcheltest!
Jeder, der seinen DMT beendet muss am Ende diesen Test machen. Dabei wird ein Schnorchel mit einem Trichter ausgestattet und das willige Opfer bekommt eine Maske aufgesetzt, deren Gläser geschwärzt sind.
Dann darf er noch einmal Luft holen und nachdem er den Schnorchel in den Mund genommen hat wird Alkohol in rauhen Mengen in den Trichter gegossen. Dabei darf das Opfer nichts verschütten, sonst geht es von vorne los.

Oscars Waffe seiner Wahl war ein Eimer Whisky-Coke, verfeinert mit einem viertel Liter Vodka (was er natürlich nicht wusste ;). Normalerweise gehen die Teilnehmer entweder sofort kotzen ... oder müssen später einen hohen Preis zahlen.
Oscar hat es drin behalten.
Und ich habe ihn noch nie so betrunken gesehen! *lach*
Er hat hinter der Bar die verrücktesten Cocktails gemischt (und getrunken), ist in eine Eisbox geklettert und hat sich darin versteckt und hat versucht, die beiden Barkeeper-Damen zu verführen: die ganze Bar hat gebrüllt vor Lachen!
Nachdem er dann noch über die Bar gesprungen ist und sich beinahe das Genick dabei gebrochen hat (zum Glück habe ich es auf Video aufgenommen - es sah echt Filmreif aus :) haben wir ihn dann aber doch nach Hause getragen, da er nicht einen Schritt mehr laufen konnte.
Allerdings hat er es irgendwie geschafft, nachts aus seinem Bungalow zu kriechen und ist am Morgen unter seiner Hängematte aufgewacht: übersät mit Mückenstichen!
Und er erinnert sich natürlich an nichts mehr... *g*

Ich kann es ja kaum erwarten, bis ich dran bin. :)


Eine geile Zeit euch allen und fahrt ein bizzl Powder für mich mit - selbstverfreilich nur die Snowboarder unter euch! :)

So long
Che

Samstag, Februar 12, 2005

Worte fehlen

Die letzten Wochen
Nach soooo langer Zeit ist es echt schwer, die ganzen Erlebnisse der letzten Wochen hier zusammenzutragen. Die Tage vergehen total langsam und ich habe das Gefühl, dass ich schon seit Jahren unterwegs bin - aber ich werde es versuchen. :)

Im Prinzip hat sich nicht viel geändert: meine Tage bestehen immer noch aus aufstehen, tauchen, essen, tauchen, party, schlafen, aufstehen ... aber es ist einfach ein geniales Leben, das kann ich euch versprechen!


Sprachprobleme
Ich habe festgestellt, dass ich deutsch total verlerne. Manchmal kommen Kunden bei uns in den Shop, die deutsch und nur wenig englisch sprechen und mit denen "muß" ich dann kommunizieren und unser Programm etc erklären oder die Gruppe in einem Fun Dive leiten. Und dann fällt mir immer öfter auf, dass ich nicht mehr weiß, wie man Sachen in deutsch ausdrückt - und das "You know!" eindeutig kein deutsches Füllwort ist. Nache einiger Zeit wird es dann zwar wieder besser, aber letztens hatten wir einen bösen, bösen Abend und ich habe versucht, mit zwei deutschen Mädels angetrunken in deutsch zu sprechen: keine Chance. Wir hatten ein paar gute Lacher und sind dann wieder ins englische verfallen. *g*


My home is my ... empty space?
Ich habe es mittlerweile geschafft, mir einen Schrank, einen Tisch und ein paar Sitzkissen zu besorgen, sodass mein Appartment mittlerweile nicht mehr ganz so leer aussieht. Der nächste Schritt wäre, dass ich mir ein neues Bett besorge, weil meins total quietscht und mich jede Nacht aus dem Schlaf reisst. Dann denke ich aber auf der anderen Seite, dass ich mittlerweile doch mal wieder reisen möchte und vielleicht doch nicht ewig auf dieser Insel sitzen will. Und dann habe ich keinen Bock, für das Bett zu zahlen und es nachher den Besitzern zu schenken, weil ich es nicht los werde. *grübel*
Ach, ich habe sowieso sooo viele Ideen für Sachen, die ich in meinen Bungalow stopfen will: die verkaufen hier einen gebrauchten 29" Flachbildfernseher für 10000 Baht (200 Euro) der perfekt an meine Wand passen würde! *g*
Oder eine kleine Kochniesche, damit ich nicht immer mein Essen teuer kaufen muß.
Leider ist das alles viel zu teuer: ich muss langsam mal anfangen, wieder ein bizzl zu sparen, sonst wird das doch eine seeeehr kurze Reise. :/


Besucher
Wo wir gerade dabei sind: ich bin nach meinen derzeitigen Plänen bis 18. April 2005 hier auf Koh Tao. Ein Flug von Deutschland kostet ca. 150 Euro. 1500 Baht (30 Euro) kostet der Transfer nach Koh Tao und dann ist alles, für das man noch zahlen muß das Essen und eventuell ein Motorrad.
Aaaalso: wenn mich jemand hier besuchen möchte und einen seeehr günstigen Urlaub verbringen will, ist er oder sie herzlich willkommen. In meinem Bungalow ist mehr als genug Platz und das Essen ist wirklich saugünstig. Tauchen kann man auch (wunder, wunder ;) und ich würde dann selbstverfreilich die Tauchgänge leiten, wenn das gewünscht wird. *g*
Ich würde mich total freuen...


Mein Highlight
Mein persönliches Highlight der letzten Wochen war eindeutig mein Trip zu den Similans. Manch einer mag sich gewundert haben, warum es so still bei mir geworden war. Der Grund ist, dass eines schönen Tages Dave zu mir kam und mir einen Trip zu den Similan Islands zu einem unglaublich günstigen Preis angeboten hat. Sie wären schon elf Leute, ein Platz sei noch frei und ob ich Lust hätte.
Na, aber hallo!
Also bin ich vor ca. 10 Tagen mit den anderen aufgebrochen, um eine unbeschreibliche Woche zu verbringen...

Simi ... was?`
Die Similan Islands sind eine Inselgruppe auf der anderen (bösen Tsunami-)Seite von Thailand. Es ist ein Marine Park und dementsprechend gibt es keine Hotels auf den Inseln und (zumindest in der Theorie :) keine Fischerboote und keinen Müll in dem gesamten Gebiet.
Ich muß sagen, dass mir wirklich die Worte fehlen um dieses Erlebnis zu beschreiben (deshalb auch der Titel ganz oben :).

Es war ein Liveaboard Trip, was bedeutet, dass wir ganze sieben Tage auf einem Segelboot gelebt haben - keine Landgänge (okay, ausser einem) und jeden Tag tauchen!
Aber von vorne...


Sampai Jumpa
Das war der Name des Bootes von Frank und Benni, den beiden Guides auf unserem Trip. Dazu kamen Jack, der Captain, E als Bootsjunge und Engineer und Ying unsere Köchin. In Thailan muss jedes Boot einen Thai Captain und Engineer haben, sonst darf es nicht auslaufen - dementsprechend waren Jack, E und Ying alle drei Thai und super-nett.
Unsere Tage sahen so aus, dass wir um halb sieben aufgestanden sind, einen Kaffee geschlürft und dann den ersten Tauchgang gemacht haben. Danach gab es Frühstück und zwei bis drei Stunden Pause. In der Zeit haben wir meistens noch ein bizzl geschlafen oder uns in die Sonne geknallt oder einfach ein bizzl im Meer geschwommen.
Dann kam Tauchgang Nummer zwei und Mittagessen im Anschluß. Wieder zwei bis drei Stunden Pause mit Sonnenbaden, quatschen und schlafen (es ist ertaunlich, wie viel Energie tauchen kostet) und Tauchgang Nummer drei.
Genau - wieder Pause und zum Abschluß des Tages einen Sunset Dive oder einen Night Dive - je nachdem, wie schnell oder langsam wir im Tag waren. Danach dann noch Dinner und ein bizzl gequatsche und dann ging es auch schon in die Koje.


Steeeeernenhimmel
A propos Koje: ich habe nicht eine einzige Nacht in selbiger verbracht. Jede Nacht bin ich auf Deck mit einem dünnen Laken unter dem Sternenhimmel eingeschlafen. Und glaubt mir, so einen Sternenhimmel habt ihr noch nicht gesehen, wenn ihr noch nie auf einem Boot übernachtet habt: Quadrifillimilliarden Sterne, ein wunderschöner Mond und das ganze Wasser voller Biolumineszenz. Wenn das Boot Nachts unterwegs war sah es aus, als würde es auf Feuer fahren, weil das Wasser so geleuchtet hat. Teilweise konnte man Barracudas jagen sehen, weil sie im letzten Moment ihrer Jagd so beschleunigen, dass das Wasser leuchtet.
Unbeschreiblich schön und ich habe selten so gut geschlafen wie auf diesem Boot. *strahl*


Futter
Ying unsere Köchin hat wirklich Wunder vollbracht in den sieben oder acht Tagen. Ich glaube, ich habe auf dem Boot das Beste Thai- und Western-Essen gegessen, dass ich hatte seit ich in Thailand angekommen bin. Und in rauhen Mengen!
Ich dachte wirklich, ich habe mindestens zehn Kilo zugenommen in der Zeit, weil ich ohne Übertreibung die ganze Zeit am essen war und riesige Portionen verdrückt habe. Aber scheinbar verbraucht tauchen _wirklich_ 500 bis 1000 Kalorien pro Tauchgang (steht im Lehrbuch). Jedenfalls habe ich nicht wirklich zugenommen, aber dank der Mästung glücklicherweise auch nicht ab! :)
Als (einziger) Vegetarier an Bord habe ich übrigens immer eine liebevoll gekochte Mini-Portion der Fleichgerichte bekommen, in denen statt des Fleisches King Prawns oder Fisch war. Hach, das war schon ein Leben... *schmacht*


Der Tauchenix
Jetzt das wichtigste: die Tauchgänge! :)
Von allen Tauchern, die dabei waren hatte ich mit die wenigste Erfahrung, da ich ja erst mit meiner Taucherei angefangen habe. Aber ich hatte null Probleme, mit den anderen mitzuhalten - ganz im Gegenteil: mit meinen neuen Flossen bin ich so sau-schnell, dass ich teilweise die anderen gegen die Strömung überholt habe!

Kurzes Intermezzo, weil es mir gerade einfällt: für den Trip habe ich mich tatsächlich komplett mit Tauchmaterial (sprich Regulator, BCD und der ganze Kram) eingedeckt, weil es mich sonst nochmal mehr gekostet hätte, den ganzen Kram zu mieten. Und es hat sich schon mehr als bezahlt gemacht. Es ist einfach viel geiler, mit dem eingenen Kram zu tauchen. Man fühlt sich sicherer und man gewöhnt sich einfach viel besser an sein Gear. Und dank der Rabatte von unseren Dive Instructors hier habe ich auch nicht _soooo_ viel für den ganzen Kram ausgeben müssen. :)

Aber zurück zum Tauchen.
Bei unserem ersten Tauchgang ist uns allen die Luft weggeblieben. Wir sind ja hier Koh Tao tauchen gewöhnt. Das heisst, Visibility von 20 Metern wenn es gut läuft, ganz selten mal 25 oder 30. Das aber auch nur zur besten Zeit. Dann halt schon schöne Fische, aber man freut sich über einen schönen Blue Ringed Angelfish oder einen Blue Spotted Stingray schon tierisch.
Dann also der erste Tauchgang auf den Similans: 30 - 40 Meter Visibility, tausende von verschiedenen Butterflyfish, Angelfish, Morrays ... ich kann es garnicht alles aufzählen. Wir haben beim schnorcheln an Richelieu Rock mehr verschiedenen Fische gesehen, als auf Koh Tao bei einem verdammt guten Tauchgang. Es ist wirklich unbeschreiblich.
Nach jedem Tauchgang kamen wir hoch und haben eine halbe Stunde durcheinander geplappert, was wir alles gesehen haben. Oder angefasst... :/
Ich bin eigentlich wirklich nicht der Typ, der irgendetwas unter Wasser anfasst, aber es war einfach zu reizvoll. Cuttlefish, die auf die ausgetrecke Hand zuschwimmen und sich praktisch schon selber mit der Hand streicheln (und dabei die Farbe in den unglaublichsten Formen und Übergängen wechseln), Haie, die einfach nur daliegen und darum betteln, gestreichelt zu werden.
Wie gesagt, mir fehlen die Worte. Wir haben am Ende so viele Lionfish gesehen (und zwar vier unterschiedliche Sorten), dass wir nachher kaum noch danach geschaut haben. Leopard Sharks, Whitetip Sharks, Gray Reef Shark, Black Tip Sharks ... ich könnte noch unendlich weiter machen.
Und glücklicherweise haben wir es tatsächlich geschafft, mein neuer Favourite Fish zu finden: den Ghost Pipefish!
Eigentlich ein ziemlich langweiliger Fisch, weil er nur dasitzt und nix tut, aber ein unglaublicher Tarnkünstler, sehr schwer zu entdecken ... und meiner Meinung nach unglaublich schön. :)
Hach, ich gerate hier schon wieder ins schwärmen und werde ganz nervös - es reicht schon, wenn ich nur an das Wasser denke.
Man steht auf dem Rand des Bootes und schaut ins Wasser. Glasklar - und ich habe das Wort schon oft gebraucht aber noch nie so gemeint! Man kann den Boden sehen, die Korallen, kann die Fische erkennen, identifizieren und beobachten. Wenn man im richtigen Winkel auf flacheres und ruhiges Wasser schaut, sieht es so aus, als wäre überhaupt kein Wasser da sondern als würden die Fische in der Luft schweben!
Also wird es wohl so ca. 6 Meter tief sein.
Pustekuchen - der nächste Dive und wir sehen auf unserem Tauchcomputer 16 Meter!!!
Die Strände sind voll von dem weichsten und weissesten Sand, den ich je gesehen habe. Totale stille, weil ausser ein paar Tauchbooten niemand auf den Inseln ist.
Es ist wirklich ein Paradies. *seufz*


Go deeeep!
Aber nochmal kurz zurück zum tauchen: wir haben wirklich unseren Körper auf Maximum strapaziert bei diesen Dives. Fast jeder Tauchgang war ein Negative Entry - also die Luft komplett aus der BCD rauslassen und nach dem Entry direkt nach unten tauchen.
Teilweise hatten wir unglaublich starke Strömung, gegen die wir anschwimmen mussten ... oder uns einfach an einem Felsen festklammern mussten um nicht weggespült zu werden.
Jeder Tauchgang war mindestens 30 Meter tief (wenn auch nicht die ganze Zeit :) und ich bin dreimal in einen Dekompressions-Tauchgang geraten. Das heisst, dass sich so viel Nitrogen im Blut ansammelt (weil man zu lange zu tief taucht), dass man Dekompressionsstops bei bestimmten Tiefen machen muss.
Sprich: Nicht gut. :)
Ausserdem habe ich meine persönliche tiefste Tiefe in einem Tauchgang überboten: Laut PADI darf man im Recreational Diving maximal 40 Meter tief tauchen, 42 Meter in Notfällen und nur kurz.
Wir waren runter auf 55 Meter - sagt es aber nicht meinen Studenten hier. ;)


Ein Ende ist in Sicht
Glaubt mir, ich könnte noch Stunden weiterreden und von dem genialen Trip erzählen, aber ich will es damit gut sein lassen dass ich sage, es war (wiedermal :) eine der besten Sachen, die ich in meinem Leben gemacht habe und ich kann nur wieder sagen, dass jeder Mensch mindestens einmal in seinem Leben ein laaange Reise machen sollte um diese Erfahrungen selbst zu machen - es ist unbeschreiblich und bestimmt unvergesslich.


In diesem Sinne noch einmal mein Angebot: kommt für ein paar Tage hier runter und schaut euch an, wie es so ist. Das Tauchen wird immer besser zur Zeit, weil die Visibility besser wird, wir werden sicher unseren Spaß haben und Party machen ohne Ende und günstiger kommt ihr hier nicht mehr her. Und ihr werdet einen schönen Teint bekommen, um den euch eure Freunde beneiden - wenn sogar ich braun werden kann! *g*


Aloa
Che "Whitetip"

Samstag, Januar 15, 2005

Mehr, mehr, meeeeeeehr!

Und wieder ich
Hach, habe ich schon erwähnt, wie geil es hier ist?
Ich glaube, ich sollte echt mal ein paar Bilder hochstellen - leider fotografiere ich im Moment garnicht mehr und komme auch kaum zum email lesen.
Sorry also für eventuelle Verspätungen beim antworten. :)

Ich bin immer noch eigentlich jeden Tag tauchen: morgens zwei Tauchgänge, abends zwei Tauchgänge und dann manchmal noch NightDives - es ist ein Traum.
Im Moment helfe ich viel, Kurse zu unterrichten, damit ich damit ein bizzl mehr Erfahrung bekomme: demnächst ist eine Prüfung und wenn ich die bestehe darf ich schon warm-up Kurse für Taucher geben, die länger nicht mehr getaucht sind! *g*


Alle weg! :(
Petra und Camilla sind heute abgereist - und das nachdem wir soooo lange zusammen unterwegs waren! Ich habe ja in der gleichen Bungalow-Anlage gewohnt, aber öfter bei den beiden übernachtet oder einfach lange gequatscht - die Besitzer der Anlage haben letztens gefragt, wer von den beiden denn jetzt meine Freundin sei. Er hat auf Camilla getippt, seine Frau auf Patra!
Leider haben beide verloren... *g*
Ich bin heute auch aus der Anlage ausgezogen, weil es einfach zu teuer war, da zu wohnen. Ich habe jetzt einen viel größeren Bungalow mit drei Räumen, der weiter weg ist aber dafür echt genial - für 5000 Baht im Monat.
Das einzige Problem ist, dass nur ein Bett drin steht - den Rest muss ich mir wohl oder übel irgendwo besorgen.
Wow, ich richte mir schon eine Wohnung ein... ;)

Endlich habe ich es auch geschafft, ein Motorad zu bekommen. Im Moment ist High-Season, sodass echt alle Motoräder verliehen sind. Also musste ich wohl oder übel ein "richtiges" nehmen - mir Schaltung und allem drum und dran.
Bin ja mal auf den ersten Unfall gespannt: David hat letztens nen Hund erwischt und kann noch nicht wieder arbeiten.
Al hat gesagt, ich mache wahrscheinlich eher ein Kind platt... ;)


Fun
Heute haben wir mit allen DMT's einen FunDive gemacht und Alberto hat die Kamera dabei gehabt - es war zum schiessen!
Wir haben nur scheiss gemacht und die totalen Kicks gesucht:
Ich bin auf das Dach des Bootes geklettert und hab einen Kopfsprung ins Wasser gemacht - so ca. 5 Meter hoch würde ich sagen und ich musste echt weit springen, damit ich nicht auf dem Deck unten aufschlage.
War ganz nett, aber nicht genial genug!
Also sind wir mit unserem kompletten Gear rauf und haben einen Salto-Einstieg ins Wasser gemacht! *lol*
Die anderen Taucher auf allen Booten haben uns nur den Vogel gezeigt, aber es war einfach zu reizvoll und mega-genial - und alles auf Video!
Ich kann es nicht erwarten es heute abend zu sehen... *freu*

Aber auch so machen wir nur quatsch die ganze Zeit und versuchen, uns nicht zu verletzen - oder unsere Leber: Beach-Parties an nem super-schönen Strand, alle nur in Shorts und mit gigantischen Feuern überall sind einfach zu reizvoll, um eine auszulassen.

Ihr merkt schon, ich mache nix anderes als schwärmen aber es ist halt auch einfach zu genial.
Ich werde versuchen, die nächsten Berichte ein bizzl objektiver zu schreiben.
Ach, wem mache ich was vor: ich werde mir das schwärmen eh nicht verkneifen können! ;)

Ich mache mich jetzt mal auf meinen Visa-Run - hatte es total vergessen und Paul hat mich zum Glück noch dran erinnert. *puh*
Ich wünsche euch eine sehr geile Zeit, wo immer ihr seid. :)

Euer
Che

Montag, Januar 10, 2005

Neue Pläne

Wieder alles anders
Hach, es ist so herrlich einfach, auf einer tropischen Insel zu versacken! *g*

Die meisten Leute, die ich hier treffe haben das gleiche Problem: geplant waren vier Tage oder eine Woche oder ein Monat - und geblieben sind sie mehrere Jahre.
Es ist aber auch wirklich unbeschreiblich schön hier. Wir gehen fast jeden Tag tauchen, Schnorcheln oder einfach "beachen", zum Abendessen liegen wir am Strand und schauen uns den Sonnenuntergang an und die ganze Zeit umgibt einen kristallklares Wasser und weißer Strand... *seufz*


Mehr tauchen?
Gestern habe ich meinen dritten Tauchkurs abgeschlossen und bin jetzt ein RescueDiver - also ein Taucher, der in Notsituationen Rettungsmaßnahmen gezielt planen und Durchführen kann.
Dafür haben wir relativ wenig Tauchgänge gehabt, aber viel Theorie, simulierte Notsituationen und Rettungen und haben den Emergency First Aid Responder Kurs gemacht.
Extrem interessant und man fühlt sich sehr, sehr viel sicherer danach - allerdings wird man auch ein bizzl paranoid! :)
Jedesmal, wenn wir tauchen gehen stehen wir da und schauen genau, wie jeder sein Equipment vorbereitet undso. Schon ein bizzl komisch - aber falls mal was passiert wissen wir wenigstens, was zu tun ist.


Noch mehr tauchen?
Tjaha und weil es so schön ist setze ich nochmal einen drauf: ich habe heute meinen Flug um drei Monate verschoben und mit meinem DiveMaster angefangen. Heute Nachmittag werde ich das erste Mal bei einem Tauchkurs assistieren... *g*
Ist übrigens ziemlich genial, der DMT (DiveMaster Trainee): man kann so oft und so viel tauchen, wie man will - kostenlos! Das gehört alles zum DiveMaster. Wenn man sechs Monate braucht - fein! Dann macht man seinen DM halt in sechs Monaten und sammelt 600 Tauchgänge.
Ich will so ca. 200 Tauchgänge machen in meinen drei Monaten - und danach mal schauen, was sich ergibt. Ich habe da schon so eine Idee, worauf ich mich spezialisieren möchte, aber da muss ich erstmal schauen, ob das geht... ;)


Party!
Ansonsten haben wir die letzten Tage mal so _richtig_ Party gemacht: ich habe zwei Schwedinnen und eine Holländerin kennengelernt (ich weiß auch nicht - irgendwie lerne ich nur Schwedinnen kennen ;) und Paul und ich sind mit den dreien und zwei Neuseeländerinnen jeden Abend exzessiv weggegangen.
Meistens haben wir so um sieben Uhr angefangen und sind auch so um sieben wieder nach Hause gekrochen.
Die andere DM warnen die Mädels immer vor mir, wenn Paul und ich was planen: "Wenn er mit Tequila anfängt - lauft!"
Dabei bin ich doch wirklich so ein Braver... *fg*

Seltsamerweise habe ich nie hangover nach dem Feiern, obwohl wir echt nicht den reinsten Alkohol trinken und auch ganz sicher genug. Vorgestern habe ich mit den fünf Mädels neun Eimer Vodka-Bull, drei Cocktails und drei Tequila getrunken - und mir ging es am nächsten Morgen super. Keine Kopfschmerzen, keine Übelkeit, garnichts.
Vielleicht liegt's an der Hitze, aber auf jeden Fall ist es klasse! :)

Tja, mehr gibt es hier leider nicht zu berichten. Ich habe meinen Spaß und meine nächsten Tage werden wohl mehr oder weniger nur aus tauchen und assistieren bestehen. Also nicht weinen, wenn es ein bizzl dauert bis zum nächsten Blogger... ;)


Lasst es euch gut gehen und bleibt brav
Euer Che

Montag, Januar 03, 2005

Der Tauchenix

Happy New Year!
Als erstes ein Frohes Neues Jahr an alle, die das hier lesen ... und an alle anderen auch! :)

Vielen Dank für die vielen lieben emails von all den Leuten, die sich Sorgen gemacht haben, dass es mir gut geht. Ich habe zwar allen geantwortet, aber hier trotzdem nochmal die lange Fassung:

Mir geht es super, ich bin im Moment immer noch auf Koh Tao und wir haben hier erstaunlicherweise so gut wie nichts von dem Erdbeben mitbekommen. Zwei Tage später fing es dann so langsam an, dass die Fernseher nur noch diese Bilder gezeigt haben.
Ungefähr zu der Zeit ist uns auch klar geworden, dass wir doch ziemliches Glück hatten: eigentlich wollten wir im Moment in der Nähe von Krabi beim Klettern sein... :/

Jedenfalls ist Koh Tao auf der Ostseite von Thailand und damit vollkommen ausser Gefahr, von den Nachbeben in irgendeiner Weise beeinflußt zu werden. Auch in Krabi und Umgebung geht das Leben scheinbar weiter: ich habe mit ein paar Reisebekanntschaften gesprochen, die doch nach Krabi gereist sind und gestern gesagt haben, dass die Leute am Strand liegen und Party machen, als wäre nichts passiert. Vielleicht nicht ganz angemessen aber scheinbar sorgenfrei...


Faules Leben
Ich bin heute morgen aus meinem Bungalow gefallen um mal ein bizzl was von meiner Rechnung für die Unterkunft zu begleichen und bin aus allen Wolken gefallen: ich bin ja schon fast zwei Wochen hier!!!
Es ist echt so einfach, hier die Zeit zu vergessen ... und dabei habe ich überhaupt nicht viel gemacht! *seufz*

Mal sehen, ob ich das alles noch zusammen bekomme:


Klettern
Petra, Camilla und ich haben es echt einen Tag geschafft, bouldern zu gehen und ein paar ganz ordentliche Boulder zu ziehen. Der Fuzzi, der die Boulder hier definiert hat sein eigenes Bewertungssystem und wir sind alle drei easy bis zu "medium" gekommen, wobei die Mädels damit schon ihre Probelem hatten, weil doch ein paar recht weite Züge gefordert sind.
Meine Grenze ist dann eindeutig "medium hard" - ein paar sind zwar gefallen, aber im Durchschnitt bin eher _ich_ gefallen. *g*

Irgendwann in den letzten Tagen bin ich dann nochmal nur mit Camilla klettern gegangen und wir haben ein paar nette Sachen gezogen. Erstaunlicherweise haben wir sogar einen neuen Boulder definiert, der aber wohl eher in der Kategorie "easy" liegt! :)

Ansonsten konnte ich mich noch nicht aufraffen, etwas sportliches zu machen - es ist einfach zu lässig, in der Hängematte und am Strand zu liegen. Vielleicht zwinge ich eins von den Mädels die Tage, mich zu spotten oder sogar mit mir zu bouldern...
Ich habe sogar Farbe bekommen - jedenfalls für meine Verhältnisse. *g*


Tauchen...
... ist viel wichtiger im Moment! *g*
Ich kann mich noch gut erinnern, dass Darko mir gesagt hat, ich müsse unbedingt tauchen gehen - es sei soooo geil.
Und er hat ja soooo Recht: Tauchen macht süchtig.

Meinen Open Water Diver habe ich mit einem Australier (Will) gemacht und wir waren in der ersten Stunde so gut, dass wir das Confined Open Water Training garnicht gemacht haben sondern direkt auf 12 Meter gegangen sind. Damit haben wir fünf echte Tauchgänge anstatt nur drei bekommen und es war soooo genial.
Angeblich ist das Tauchgebiet hier nicht besonders gut, aber ich fand es schon unglaublich. Nicht auszudenken, wenn es woanders noch besser werden sollte... ;)

Wir hatten auch relativ schnell unsere Buoyancy (wie heisst denn das in deutsch zifix?!) so gut im Griff, dass David (unser Lehrer) meinte, wir hätten es besser drauf als einige der DiveMaster, die er kennt. *stolz sei*

Jedenfalls haben wir so um Weihnachten rum unseren Open Water Diver abgeschlossen und ich habe direkt mit dem Advanced Open Water angefangen.
Für alle, die nicht tauchen: als Open Water Diver ist man zertifiziert, bis zu einer Tiefe von 18 Metern zu tauchen (plus ein, zwei andere Einschränkungen) - als Advanced Open Water Diver bis zu 30 Meter!
Man hat dann eine Auswahl aus einer Reihe von Spezial-Tauchgängen, von denen man 5 machen "muss".
Ein Deep Dive und Navigation Dive sind Pflicht, die drei anderen kann man aus einer Liste auswählen. Ich habe den Night Dive, MultiLevel Diving und Peak Performance Buoyancy gewählt.
Besonders der letztere ist extrem genial: man taucht durch einen Hinderniskurs und muss verschiedenen Skills, die alle mit Buoyancy (Auftrieb?) zu tun haben.
Extrem hilfreich und sehr, sehr lustig. Besonders, weil die Lehrer total lässig sind und wir eigentlich nur Quatsch machen die ganze Zeit.

Die Sicht ist auch extrem gut hier - teilweise hatten wir bis zu 30 Meter!
Leider ist es in den letzten zwei Tagen ein bizzl windiger geworden, sodass wir (besonders bei dem Deep Dive auf 30 Meter) so gut wie nichts gesehen haben. Aber es soll jetzt wieder besser werden und darauf baue ich ein bizzl: Patra und Camilla haben auch ihren Open Water Diver angefangen und sobald sie fertig sind wollen wir ein paar Fun Dives machen - die kosten hier nämlich wirklich sogut wie nichts!


Viecherzeugs ;)
Wie gesagt, das Tauchgebiet soll nicht so toll sein, aber trotzdem haben wir schon Schildkröten, Haie, Rochen, Muränen und Triggerfish (und tausend andere) gesehen - es ist echt eine andere Welt.
Auf unserem zweiten Tauchgang sind wir sogar von einem Triggerfish angegriffen worden: wir sind aus versehen in sein "Heim" geschwommen und die Triggerfish hier sind extrem eigen was das angeht. Also ist es auf uns losgegangen und erst als Will noch neben mich geschwommen ist hat er es wohl mit der Angst zu tun bekommen und ist abgezogen... *g*

Meine absoluten Favourites sind übrigens die einfachsten Tierchen, die da unten rumkreuchen: Christmas Tree Worms.
Das sind Würmer, die auf Felsen usw. leben und - wenn sie aus ihrem Löchlein kommen - eine Art Fächer ins Wasser strecken, der aussieht wie ein Christbaum. Das geniale ist aber, dass die Kerlchen so unglaublich bunt sind. Die strahlendsten Farben, die man sich vorstellen kann. Wenn ein Felsen übersät ist mit ihnen sieht das einfach unbeschreiblich aus.
Könnte ich mir stundenlang anschauen... :)


Weiter?
Tjahaaa, morgen geht es dann auch los mit meinem Rescue Diver. *g*
Das ist der nächste Schritt in Richtung DiveMaster und eine echt sinnvolle Sache, weil es nicht nur einem selber sondern auch anderen Tauchern hilft.
Und danach?
David und Claude versuchen mich die ganze Zeit zu überreden, den DiveMaster und Instructor zu machen. Das sähe dann so aus, dass ich ein oder zwei Monate (oder länger - ganz wie ich will) hier bleibe, meinen DiveMaster mache, bei Lehhrgängen assistiere ... und sooft tauche wie ich will!
Das ist der beste Teil: ich brauche mindestens 60 Tauchgänge und ich kann jeden Tag fünfmal tauchen gehen, wenn ich will. Es gibt keine Einschränkung, ich kann soviele FunDives machen, wie ich will und sie sind alle kostenlos!
Plus, Jeff hat mir angeboten, dass ich danach in seinem Shop als DiveMaster und Instructor arbeiten kann, wenn ich will.
Das Gehalt wäre für Thailand gut, man kann davon echt nett in einem netten Haus leben - aber man spart halt nichts an.
Dementsprechend hin-und-hergerissen bin ich im Moment. Die Leute sind total cool, das wäre sicher die geilste Zeit überhaupt und wenn ich _danach_ nach Australien gehe könnte ich da auch als DiveMaster ein bizzl Geld verdienen.
Ich weiss im Moment echt nicht, was ich machen soll!

Also werde ich wohl erstmal morgen meinen RescueDiver anfangen und dann schauen, was ich danach mache. Es wäre ja schon irgendwie ein Traum: eine tropische Insel, Sonne, Strand und tauchen soviel ich will. *seufz*


Und sonst so?
Ansonsten hänge ich viel mit den beiden Schwedinnen oder den Tauchleutchen rum und mache nix (wenn ich nicht gerade im Wasser bin :).
Den einen Tag haben wir ein Boot gemietet und sind um die Insel geschippert um zu schnorcheln - sehr genial, auch wenn wir leider nicht in "Shark Bay" halten konnten, da es ein bizzl zu viele Quallen hatte. Wir haben aber trotzdem ein paar echt geniale Spots gesehen und lässie Fotos mit einer 300 Baht Unterwasserkamera gemacht, die dann auch nach der letzten Session geflutet war und die Bilder alle über den Jordan sind... :(

Ich bin dann auch mittlerweile mehr in Richtung Insel-Zentrum gezogen und in die gleiche Bungalow-Anlage wie die Mädels: für 50 Baht mehr habe ich ein super-grosses und sehr schönes Zimmer - ausserdem sitze ich eh meistens mit den Mädels auf ihrer Terasse in der Hängematte! *g*

Übrigens ist es echt das Beste am Reisen, dass man keinen Zeitplan hat. Ich bleibe hier einfach so lange, wie ich lustig bin. Und wenn ich nicht mehr mag, dann mache ich mich wieder auf den Weg.
DAS ist echter Luxus! :)


Paaaaaaarty!
Irgendwie bin ich viel zu faul um so richtig zu feiern.
An Weihnachten haben wir nur lecker und fein gegessen und haben uns den Sternenhimmel auf dem Pier angeschaut (inklusive einem kleinen Ausflug ins Wasser für alle, als die Mädels zu frech wurden! ;)

Sylvester war dafür ganz extrem strange:
Kurz vor Mitternacht standen wir inmitten von Locals und Farang (Touristen) am Strand und haben uns das Feuerwerk angeschaut. Das Wasser ist um unsere Füße geschwappt und der Himmel war strahlend hell von den vielen Raketen und Kerzen-Mongolfieren, die die Leute haben steigen lassen.
Es war total warm, sodass wir in kurzen Hosen und T-Shirt rumstanden und Busserl und Umarmungen von Leuten tausend verschiedener Nationalitäten bekommen haben.
Im Hintergrund lief lässige, elektronische Musik und die Stimmung war irgendwie total ekstatisch.
Sehr, sehr komisch aber unglaublich schön - und sehr exzessiv.
Die Locals haben die ganze Zeit irgendwelche Blätter gekaut und angebote und wir dachten zuerst, die wären nur wegen des Geschmacks, weil sie immer mit den Drinks kamen. Okay, vielleicht ein bizzl naiv, aber wir haben echt nicht drüber nachgedacht.
Scheinbar nehmen die Locals das aber als Droge - wir haben nur nicht so richtig rausbekommen, welche Menge man futtern muss, damit es wirkt: wir haben überhaupt nichts gemerkt und dabei hatten wir das Gefühl, einen ganzen Baum geäst zu haben! *g*


Ich hoffe, diesmal ist der Blogger-Eintrag nicht zu verwirrend - irgendwie kommt es mir jedesmal so vor, als könnte nur ich verstehen, was ich da schreibe. Es ist aber auch sehr, sehr schwer zu beschreiben, wie es ist wenn man reist: man muß es selber gemacht haben. Wenn man dann einen anderen Traveller trifft und er einem eine Geschichte erzählt, die eine unglaubliche Bedeutung für ihn hatte, kann man es nie wirklich nachvollziehen. Aber wenn man das Grinsen des anderen sieht - ein ganz, ganz spezielles und besonderes Grinsen - dann weiss man genau, was der andere dabei gefühlt hat - weil man selber auch solche Erfahrungen gemacht hat. Und wenn man selber davon erzählt hat man genau das gleiche Grinsen im Gesicht...


Sawat dii pii mai
Che

Mittwoch, Dezember 22, 2004

Die Zeit verstreicht, vergeht, verrinnt...

...so schnell!
Es ist unglaublich - ist es echt schon wieder so lange her, dass ich meinen letzten Blogger-Eintrag geschrieben habe?
Naja, um ehrlich zu sein habe ich sogar das Gefühl, es ist schon Monate her!
Ich bin jetzt offiziell in dem Stadium, in dem ich "Zeit" nur noch als Begriff kenne. Die einzige wirkliche Deadline, die ich im Kopf hatte war das Ablaufen meines Visums für Laos. Alles andere läuft an mir vorbei... *g*


Vang Vieng Reloaded
Hach, der Ort hat schon was!
Touri-mäßig ist er zwar sehr krass, aber man kann schon seinen Spaß haben, Alter Schwede!
Am näxten Morgen bin ich erstmal ganz spät aufgestanden und habe mir gemütliche drei Stunden Frühstück gegönnt. Das geile an den Restaurants auf der Hauptstraße ist, dass die meisten rund um die Uhr Friends-Folgen laufen lassen. Und wenn sie durch sind geht es wieder von vorne los.
Und da es nur "Liegetische" gibt (jaaaa, es wird zu Tische gelegen ;) ist es extrem relaxed und man (=ich) hat extrem Probleme, sich wieder aufzuraffen.
Angebrochener Tag - was tun?
Da ich ja eigentlich schonmal ein bizzl klettern wollte hab ich flott meine Schuhe etc. eingepackt und mich auf den Weg zu der entferntesten Cave gemacht - 6 Kilometer Fußmarsch. Leider ging es doch recht oft bergauf, sodass ich ein bizzl länger für den Hinweg gebraucht habe, als ich anfänglich eingeplant hatte.
Da Klettern an der Cave aber leider sowieso unmöglich ist, habe ich mir einfach die Höhle angeschaut und ein bizzl relaxed.


Hööööööhle
Das war dann auch so ziemlich die beeindruckendste Höhle, die ich jemals gesehen habe. Schätzungsweise 40 Meter hoch, eine riesige Buddha-Statue in der Mitte (dank meines späten Eintreffens perfekt ausgeleuchtet :) und fast endlos. Ich bin dann doch ein bizzl rumgekraxelt, aber mit Kletterschuhen bin ich mir ein bizzl blöd vorgekommen und mit meinen Sandalen wäre ich fast in einen Felsspalt gerutscht, sodass ich (mit genug Adrenalin im Blut für zwei Leute) doch wieder die regulären Wege entlang gelaufen bin.
Leider habe ich in der Stunde nur einen kleinen Teil von der Höhle sehen können (die ist echt gigantisch groß), aber dafür habe ich mich dann in der so genannten "Lagune" (eine große Felsspalte vor der Höhle, die mit Türkis-farbenem Wasser gefüllt ist *träum*) noch ein bizzl erfrischt.

Abends gab es dann wieder ein paar Folgen Friends (:) - und ich habe tatsächlich die drei Schwedinnen wiedergetroffen!
Wie Frauen es so an sich haben waren die drei extrem erfolgreich, mich zu überreden noch einen Tag zu bleiben und mit ihnen Klettern zu gehen.
Und so sollte es dann auch geschehen...


Climbing to the max
Grosser Gott, was bin ich ein Würstchen geworden was klettern angeht.
Keine Fußarbeit mehr und die Arme waren nach drei Routen fast komplett leer! *kopfschüttel*
Ich habe mich zwar nicht gerade blamiert, aber auch garantiert nicht mit Ruhm bekleckert...
Für die Kletterer hier nochmal ein paar Details - alle anderen dürfen das Kapitel überspringen! ;)
Der Fels war extrem scharfkantig, die schwierigen Routen alle überhängend, teilweise mit Kletterei an Stalagtiten (schreibt man das so?). Leider waren auch alle Routen überbewertet, sodass sich die Grade, die ich geklettert bin nicht wirklich vergleichen lassen.
Zum Aufwärmen eine 5a, die mehr eine 4 war. Dann eine 6a, die eher eine 5a war und noch eine 5a, die auch eher im 4er-Bereich lag.
Dann noch das große Endprojekt: eine 6b - und das war diesmal auch wirklich eine!!
Böse Dachkletterei an Stalagtiten und scharfer, scharfer Fels: ich habe nachher meine Hände tapen müssen, damit ich nicht alles vollblute.
Natürlich gibt es auch Bilder sobald ich wieder mal was hochladen kann.


Stressfahrt
Da mir mein Visum ein bizzl Sorgen bereitet hat (nur noch fünf Tage übrig!) habe ich einen verwegenen Entschluß gefasst: eine Reise in den Süden ohne anzuhalten!
Und so ist es dann auch geschehen: am nächsten Morgen ging es mit dem Bus nach Vientiane, wo ich erstmal ein Paket von meinen Eltern aholen durfte (Schokolade - YEAH! :).
Dann nach 6 Stunden aufenthalt mit dem Nachtbus nach Pakse. "Nachtbus" hatte in dem Fall aber nichts mit "nächtigen" zu tun: sowohl AirCon als auch Musik und Licht waren so weit aufgerissen, dass schlafen vollkommen unmöglich war.
Von Pakse mit dem Pickup nach Ban Nakasah, einem kleinen Dorf direkt am Mekong und von da aus mit dem Boot auf die Fourthousand Islands - genauer gesagt nach Don Khon.


Viertausend Inseln
Eigentlich ist der gesamte Bereich ein großer Strand: überall gibt es Bungalows, die direkt am Mekong liegen und man kann Tubing- und Boot-Trips machen oder sich einfach in den unzähligen BArs vollaufen lassen.
Erstaunlicherweise ist es überhaupt nicht so touristisch und voll, wie ich es erwartet habe - auch wenn es eindeutig auf Touris ausgelegt ist.
Auf der Fahrt nach Don Khon habe ich eine nette Italienerin und einen coolen Isländer getroffen, mit denen ich mir Bungalows direkt am Mekong genommen habe: Hängematte vor der Tür, Sonnenuntergang zur Rechten ... unglaublich!
Die Bungalows selber waren zwar spärlich und sahen nicht sehr vertrauenerweckend aus (Karin und ich hatten Sorge, dass unser Bungalow genau wenn wir drin sind ins Wasser stürzen würde - so schief hing es über dem Wasser :) aber die Stimmung war einfach genial! *seufz*
Wir hatten echt viel Spaß und nachdem Justin - ein Comiczeichner, der über sich und seinen Lebenspartner Reisecomics zeichnet - zu uns gestoßen ist, war es echt aus: einen Abend haben wir aus meinen Klettersachen an einer Palme eine Ropeswing gebaut (wie heißt das Teil den in deutsch? Seilschaukel?) und sind im Sonnenuntergang immer wieder in den Mekong geschwungen und haben die verrücktesten Sprünge von der Palme gemacht - sehr, sehr geil! *g*
Leider habe ich dabei wohl ein bizzl zuviel Mekong-Wasser geschluckt, sodass seitdem mein Magen ein bizzl verrückt spielt. Aber das geht vorbei und es war den Spaß auf jeden Fall wert.
Wo wir gerade beim Stichwort "Spaß" sind: nach dem folgenden, "ich-liege-in-der-hängematte-und-bewege-mich-keinen-meter"-Tag hatte ich dann auch endlich meinen ersten offiziellen Sonnenbrand - und glücklicherweise Brandsalbe dabei. Mit dem Zeug war am nächsten Morgen nichts - aber auch garnichts - von dem Sonnenbrand mehr zu sehen. Und das, obwohl er echt böse aussah am Abend...


Nix zu tun
Ich weiß nicht, warum, aber irgendwie haben mir die Fourthounsand Islands nicht 100%ig gefallen. Ich meine, ich hatte sauviel Spaß und wir haben echt viel gelacht, aber der Norden von Laos war irgendwie tausendmal besser.
Vielleicht war das der Grund, warum ich nach drei Tagen entschieden habe, abzureisen und zurück nach Thailand zu gehen...


Thailand
Die Reise nach Thailand (und dann nach Bangkok) war relativ unspektakulär - abgesehen davon, dass ich einen total durchgeknallten Östereicher und seinen kaum-englisch-sprechenden japanischen Kumpel getroffen habe!
Der Japaner war echt nett (ich kann jetzt meinen Namen und "Japan" in japanisch schreiben :) aber der Östereicher war ... laut, hektisch und total verrückt! *g*
Das hatte aber auch sein Gutes: für die Fahrt nach Ubon Ratchadingsbums, die normalerweise 200 Baht kostet haben wir nix gezahlt, weil er einfach einen Bus geentert hat, der voll von pensionierten, thailändischen Polizisten war, die eine Vergnügungsfahrt machen wollten. Da sie eh in die Richtung fahren wollten hat er so lange auf sie eingeredet, bis sie uns umsonst mitgenommen und direkt am Bahnhof abgesetzt haben! *g*
Gut, die Kollegen waren so besoffen, dass sie kaum noch was mitbekommen haben, aber trotzdem: saubere Leistung! :)


Bangkok again
Tja, beim zweiten Mal Bangkok hatte ich schon nach zwei Tagen genug - und die Kao San Road hat mir nach einem gereicht!
Aber von vorne:
Als wir (der Japaner und Peter - ein cooler Engländer) morgens um sechs Uhr in der Kao San angekommen sind war nicht ein einziges Zimmer frei!
Also hieß die Devise erstmal: Frühstücken und Piano machen.
Wir haben uns dann so um neun Uhr in einem Guesthouse verschanzt und gewartet, bis Leute auschecken.
Da drei Einzelzimmer schon von anderen Leuten "bewartet" wurden und der Japaner (ich kann den Namen leider immer noch nicht aussprechen :) mit Peter in ein Zimmer gehen wollte, habe ich ein Mädel, das auch auf ein Zimmer gewartet hat angesprochen, ob wir uns ein Doppelzimmer, das gerade frei wurde teilen wollen.
Und siehe da: sie sagt ja, ist aus München, heißt Conny und ist super-nett!
Zusammen mit dem Engländer haben wir uns abends mit Leo zugeschüttet, über Gott und die Welt gequatscht und nebenbei erstaunlich viele blumige Umschreibungen für schlüpfrige Fragen entworfen! *g*
Alles in allem war die Bangkok-Zeit aber relativ ereignislos - ich bin meistens mit Conny rumgetigert, weil wir uns echt ziemlich gut verstanden haben ... bis zu dem Punkt, wo sie mich auf dreißig geschätzt hat! *knurr*
Auch der Weekend-Market war wiedermal ein "blast", obowhl sich jemand die Frechheit rausgenommen hat, die DigiCam von Conny aus ihrem Rucksack zu klauen.
Zum Ausgleich haben wir abends umso mehr gelacht und noch mehr Quatsch geredet! :)


Heeeeeeeeeeeey: ab in den Süüüüüüüüüden
Drei Tage später hatte ich dann endgültig genug von Bangkok und bin mit dem Nachtzug in Richtung Koh Tao aufgebrochen - obwohl das Wetter angeblich nicht so dolle sein sollte und der Monsun wohl so stark wütet, dass man mit dem Boot nicht direkt auf die Insel fahren kann.
Nach einer anstrengenden Nacht im (leider-nur-wenig-)Schlaf-Zug und zwei dreistündigen Bootsfahrten, auf denen ich mir aber mal so richtig das Gesicht und den Nacken verbrannt habe (jaaaa, es tut weh! :) bin ich dann endlich im Hafen von Koh Tao eingelaufen.
Da ich vorher noch schnell meine emails gecheckt habe wusste ich, dass die Schwedinnen mittlerweile angekommen sind und das Wetter wohl recht gut sein sollte.
Aber das, was ich dann gesehen habe hätte ich nicht erwartet:
vierzig Grad im Schatten, strahlend blauer und wolkenloser Himmel, weißer Sandstrand und Palmen. Tausende von Bungalows direkt am türkisfarbenem Wasser, Bars ohne Ende ... genau das, was ich mir gewünscht habe!
Man kommt sich vor wie im Paradies - ich kann es kaum glauben, dass bald Weihnachten sein soll. Angeblich ist dann hier die Hölle los und man _muss_ einen Tag lang durchfeiern... ich bin gespannt! :)


Bungalow-(Alp)traum
Wenn man das erste Mal nach Koh Tao kommt kann es einen echt umhauen: es gibt so viele Guesthouses und Bungalows, dass man echt nicht weiß, wohin man nun gehen soll. So gigantische Massen an Leuten, die einen in ihr Guesthouse schleppen wollen, wie sie am Pier standen habe ich noch nirgendwo gesehen - selbst in Bangkok nicht!
Glücklicherweise habe ich mich auf dem Boot mit den Locals, die da rumspringen unterhalten und das eine Mädel - sie arbeitet für eines der Guesthäuser - hat gleich versucht, mir was zu verkaufen.

Da ich mit Laos in Thailand leider nicht viel weiterkomme (die Leute verstehen das so schon kaum und wenn dann noch jemand wie ich rumstümpert... ), habe ich jetzt angefangen, auch Thai ein bizzl zu lernen. Darüber sind wir ins Gespräch gekommen und es stellte sich raus, dass sie Laos spricht!
Also haben wir die ganze Fahrt gequatscht und gelacht und am Ende saß fast die ganze Crew da rum und wir haben nur Quatsch gemacht und uns gegenseitig veralbert.
Zum Beispiel habe ich gelernt, dass das Laos-Wort für "Ich" (Khawy) in Thai etwas ganz anderes heißt, wenn man es ein bizzl mehr dehnt und nicht ganz richtig ausspricht - um genau zu sein ist es eine Beleidigung und bedeutet "Schwanz"! Jetzt weiß ich, warum die Leute mich immer so komisch angestarrt haben. Ich habe wahrscheinlich immer sowas gesagt wie "Schwanz möchte gerne nach Bangkok fahren." *lol*

Jedenfalls haben mir die Leute alle möglichen Tips gegeben (und haben teilweise sogar von ihren eigenen Guesthouses abgeraten!) und am Ende hat das Mädel mir angeboten, dass - wenn ich einen Tauchkurs in ihrer Tauchschule (und mit ihr :) mache - ich umsonst in einem von ihren Bungalows wohnen kann!

Und somit wohne ich jetzt umsonst in einem mega-geilen Bungalow direkt am Strand - und fange morgen mit meinem Tauchkurs an! *fg*
Für den habe ich auch nochmal einen Rabatt bekommen, sodass ich zwei extra Tauchgänge bekomme und der Advanced Open Water statt 150 nur 100 Euro kostet - insgesamt zahle ich inklusive allem ca. 280 Euro für Open Water und Advanced Open Water.
Ein recht guter Preis, denke ich... *g*

In diesem Sinne werde ich mich jetzt auf dem Weg ins Bett machen, da ich gleich im Sitzen einschlafe und morgen fit sein muß - ich muß ja auch noch mit den Schwedinnen bouldern! :)

Kram
Che