Einmal Welt und zurück

Montag, Dezember 06, 2004

TreeHousing fuer Fortgeschrittene

Wie geil ist eigentlich reisen?
Sehr, sehr, sehr geil!
Ich kann mir garnicht mehr vorstellen, nicht unterwegs zu sein.
Und irgendwie habe ich einfach nicht genug Zeit. *seufz*

Aber der Reihe nach...


Und ab dafuer
Ich habe mich dann tatsaechlich dafuer entschieden, nochmal ins Treehouse zurueck zu fahren und praktisch wieder an den Anfang meines Laos-Aufenthalts zu reisen. *g*
Also ging es am naechsten Morgen mit Sam und Sandro per Slowboat in Richtung Houay Xai.
Das ganze ist eine zweitaegige Fahrt, mit einem Nacht-Aufenthalt in Pakhbeng. Da wir fest damit gerechnet haben, dass es Nahrungsaufnahme-Stops gibt, haben wir latuernich kein Essen eingepackt: grosser Fehler!
Die erste Fahrt dauert zehn Stunden und es ist kein einziger Stop eingeplant. Also haben wir ein bizzl gehungert, viel scheiss gemacht, gelabert, gepennt, fotografiert und Musik gehoert. Irgendwie ging die Zeit echt schnell vorbei und wir haben ein paar nette Briten und eine coole Schwedin (super-suess) mit Freund (super-schade ;) getroffen.
Da es abends hier doch recht kuehl wird (15 Grad) und es auf dem Wasser noch ein bizzl heftiger ist haben wir uns auch so richtig schoen den A**** abgefroren - natuerlich haben wir vergessen, Pullover oder aehnliches einzupacken. *seufz*


Pakhbeng
Tjahaa, nicht viel passiert hier.
Wir haben in einem Guesthouse eingecheckt, was gegessen und sind ins Bett gefallen um zu pennen.
End of Story! :)
Da die Laoten (oder schreiben die sich vielleicht doch mit 'Ch'? :) ja alles recht easy sehen, haben wir am naechsten Morgenb etwas laenger auf unser Ticket warten muessen, aber ansonsten alles in allem ein sehr ereignisloser Aufenthalt...


Houay Xai
Noch ein Tag voller labern, schlafen und Musik hoeren (9 Stunden diesmal) bevor wir dann endlich in Houay Xai angekommen sind.
Die Guesthouse-Lady hat mich sofort wiedererkannt und mittlerweile gehoere ich schon zum Inventar: ich bin ja jetzt schon zum dritten Mal da und bekomme ganz nette Boni!
Doppelzimmer mit Bad zum Preis eines Einzelzimmers ohne Bad und aehnliches... *g*

Jedenfalls sind Sam und Sandro am naechsten Morgen zum Treehouse aufgebrochen und ich habe zwei lustige Tage mit Lala in Houay Xai verbracht bevor ich am Sonntag dann endlich, endlich auch zum Treehouse aufgebrochen bin.

Man merkt ja, das die ganze Fahrerei nur Beiwerk ist - das eigentliche Ereignis ist und bleibt das Treehouse! *g*


Wieder daaaaa!
Jeff hat mir nachher erzaehlt, dass Khoua und Fong total aufgeregt waren, als sie gehoert haben, dass ich zurueck komme. Er selbst hatte mich ja nur einmal kurz gesehen und konnte sich nicht mehr an mich erinnern, aber die Maedels und die Guides haben scheinbar soviel erzaehlt, dass er jetzt endlich auchmal diesen Che kennenlernen wollte! *g*

Jedenfalls war die Begruessung ziemlich genial und ich hab mich total gefreut, die ganzen Leute wiederzusehen. Es war irgendwie ein ganz komisches, vertrautes Gefuehl, so aehnlich, als wuerde man nach Hause kommen.
Natuerlich nicht genauso, aber zumindest in die Richtung... :)

Irgendwann nach meiner Gruppe sind wohl zwei Amis ins Treehouse gekommen und die haben sich auch entschieden, ein bizzl da zu bleiben und zu helfen, sodass also Budi und Will auch im Treehouse waren, als ich ankam.


American Idiot
Aaaalso, eigentlich sind die beiden ganz nett, vor allem Budi ist echt total lieb. Mit ihr hab ich mich schon ziemlich lange echt cool unterhalten.
Will ist auch recht lustig und macht die ganze Zeit nur quatsch.
Aaaaaber: die beiden sind die typischen Amis!
Besonders Will kann alles, weiss alles, macht alles richtig, ist immer super-lustig und jedermanns Freund und geht mir tierisch auf den Sack! *g*
Es ist halt alles einfach zu viel. Zu laut, zu lustig, zu 'Strahlemann'.
Irgendwie fange ich an, eine Abneigung gegen alle Amis zu entwickeln - ich muss echt aufpassen, dass ich nicht sofort abweisend reagiere, wenn mir demnaechst jemand erzaehlt, dass er aus den Staaten kommt...
Naja, jedenfalls haben viele Gaeste den gleichen Eindruck gehabt, aber Jeff findet die beiden scheinbar sehr nett.


Tree-Time
Am ersten Tag haben Will und ich erstmal ein Baeumchen faellen muessen, weil er anfing, auf eines der Kabel zu stuerzen. Das war zwar echt schade, weil es ein total cooler, sehr gerade gewachsener Baum war. Aber er wird fuer das naechste Treehouse verwendet und damit ist es wieder einigermassen ok! :)

Bei dem abendlichen 'get-together' hat sich leider rausgestellt, dass das Limestone-Cliff, dass ich bolten wollte nur ein Erdrutsch war. Mist!
Das hat mich echt geaergert, weil ich total gerne endlich mal wieder was klettern wollte.
Zum 'Ausgleich' bin ich dann mit Jeff am naechsten Morgen zur neuen Location fuer das zweite Treehouse gegangen: da es noch keinen richtigen Pfad gibt war kraxeln durch Gebuesch und richtiges bushwhacking angesagt. Sehr laessig... :)


Big Baum
Der Baum ist so ca. 30 Meter hoch, die Astgabel sitzt etwa bei zwanzig Metern. Beim letzten Mal hatte Jeff ein Seil im Baum gelassen, sodass wir an dem Aufsteigen konnten.
Jeff ist sowieso ein bizzl durchgeknallt: den ersten Baum hat er bis auf die letzten sechs Meter einfach am Stamm bestiegen, dann hat er ein Seil um den Baum gelegt und sich daran langsam hochgearbeitet - alles ohne Sicherung!
Man muss dazu sagen, dass die meisten Baeume garkeine Baeume im eigentlichen Sinne sind. Es sind Lianen, die sich um einen Baum geschlungen haben und ihn praktisch auffressen. Die Dinger sehen aber trotzdem aus wie normale Baeume, ausser dass es keine Aeste vor der Baumkrone gibt.
Demtsprechend schwierig ist es also, die Dinger zu besteigen...

Wie dem auch sei, nach unserem Aufstieg auf Baum Nummer zwei haben wir es uns erstmal gemuetlich gemacht und uns gesichert: zwei Achter ins Seil - einen bei vier, einen bei acht Metern - und dann an den Gurt geclipt.
Wir haben ausgemacht, dass wir zwar gesichert sind, aber einfach nicht fallen: wir waren uns nicht so sicher, ob wir den Sturz ueberleben wuerden, mit all den Baeumen nebenbei. *g*
Wir haben dann ein bizzl die Lianen weggehackt - ohne Sicherung, weil wir ja rumkraxeln mussten - und die Planung fuer das neue Treehouse gemacht. Sehr geil das alles, die Aussicht ist genial und die Planung macht total Spass: Man sieht praktisch das neue Treehouse vor sich, wie es langsam entsteht und die einzelnen Ebenen bekommt...


Lone Ranger
Am naechsten Morgen sind die drei (Budi, Will und Jeff) dann nach Houay Xai abgezogen und ich hatte das Treehouse - abgesehen von den Guides - fuer zwei Tage fuer mich.
Das war echt eine unbeschreibliche Zeit!
Ich hab lange einfach nur die Natur angeschaut, in der Haengematte gelegen, gelesen, mich gesonnt, Musik gehoert und einfach nix gemacht!
Eigentlich sollte/wollte ich mit den Locals anfangen, den neuen Baum zu beseilen, aber die Kollegen haben sich da nicht so den Stress gemacht und sich nicht blicken lassen.
Also hatte ich Freizeit! :)
Zum Ausgleich habe ich einen Baum gesucht (und gefunden :), den man zum klettern fuer die Gaeste verwenden kann. Wenn das mal fertig ist wird das sicher ziemlich lustig, weil der Baum ziemlich perfekt steht und man eine sagehafte Aussicht ueber das Blaetterdach hat.
Und das schon ab dem Punkt, an den ich geklettert bin!
(Ich bin leider nicht so Todesmutig wie Jeff, sodass ich nach acht Metern oderso wieder abgestiegen bin. :)


Relaxed
Am zweiten Abend haben mich die Guides dann alleine gelassen und sind ins Dorf zurueck gegangen, sodass ich in dreissig Minuten Umkreis der einzige Mensch war!
Ich habe den ganzen Abend in der Haengematte gelegen und Musik (oder den Tieren zu-) gehoert, nur mit zwei Kerzen als Lichtquelle. Als ich irgendwann ins Bett bin - natuerlich in die 'Suite', den Raum ganz oben mit Blick ueber den ganzen Wald - hat es angefangen, ganz leicht zu regnen.
Bis ich eingeschlafen bin habe ich den Wald im Mondschein angeschaut, waehrend der Regen auf das Dach getropft ist.
Unbeschreiblich...

Netterweise haben mich die Guides uebrigens auch in Sachen "scharfes Essen" auf ein neues Level katapultiert: jeden Tag und zu jeder Mahlzeit gibt es eine selbstgemachte Paste aus gebratenem Knoblauch, Gewuerzen und tonnenweise Chili. Und jeden Tag haben diese kleinen, miesen Laoten das Zeug schaerfer gemacht. Am letzten Morgen, bevor die Gaeste kamen war es so scharf, dass auch Fong es nicht mehr essen konnte. Nur noch Na Dja und ich haben uns das Zeug reingefahren - beide haben wir geheult wie die Schlosshunde, mein Mund war total taub. Aber wir haben es aufgegessen!
Aber ein gutes hat es: jetzt kann ich diese miesen, kleinen Chilischoten auch pur essen - brennt zwar ein bizzl, tut aber nicht mehr weh! *g*


Gaeste kommen und gehen
Die naechsten Tage waren ein bizzl stressiger und die Zeit verschwimmt ein wenig. Also hier mehr oder weniger die Zusammenfassung. ;)
Am naechsten Tag kamen dann zwei neue Gaeste, von dennen der eine - Sebastian - echt ziemlich cool war. Hab mich total gut mit ihm verstanden und wir hatten alle echt eine witzige Zeit.
Als 'Guide' war diesmal Marion dabei, die ich ja letztes Mal nur kurz abends getroffen hatte.
Die Frau ist echt der Hammer: total lustig, super-nett und die krassesten (blauen) Augen, die ich seit langem gesehen habe. ;)

Am naechsten Tag kamen wieder neue Gaeste und wir waren voll besetzt. Bis auf Lionel waren alles deutsche, sodass wir einen 'deutschen Abend' hatten - Marion spricht und versteht ja auch deutsch, sodass wir fuer den armen Lionel wohl ein bizzl viel deutsch gesprochen haben. Er meinte zwar nachher, wir haetten fast nur englisch gesprochen, aber ich weiss nicht, ob das nicht nur Nettigkeit war... *g*


Leute, Leute
In der Gruppe hatten wir - wie gesagt - Lionel, ein ziemlich cooler Franzose, der echt jeden Scheiss mitgemacht hat. Dann war da Koni, ein Schweizer, der ein bizzl abgedreht und komisch war, aber auch total nett.
Next: Christian und Sherin, ein Paar aus dem Grossraum Muenchen, die auch klettern.
Und dann der Hammer: Christian war auch schonmal im Haevens Gate und kennt die ganzen alten Hasen da! Da faehrt man um die halbe Welt und trifft jemanden, der die gleichen Leute kennt, wie man selbst - unglaublich! *g*
Das heisst, wir haben echt viel uebers klettern geredet und ich habe von ihm einen super-Tip fuer ein geiles Bouldergebiet in Thailand bekommen - ich kann es kaum erwarten.
Wahrscheinlich (hoffentlich :) treffe ich ihn in Australien wieder und wir reisen ein bizzl zusammen durch die Gegend: er kennt da wohl jemanden, der auch klettert und die ganzen geilen Spots kennt. Also machen wir wohl ein paar Insider-Touren... *freu*

Wir hatten echt eine sehr, sehr geile Zeit und ich wuerde fast sagen, dass es besser war als mit meiner ersten Gruppe.
Besonders am zweiten Abend: ich weiss nicht wieso, aber ich habe eine total krasse Fieberattacke bekommen (39.8 Grad) und mir ging es echt mies. Die anderne haben die ganze Zeit Grass geraucht und waren total stoned, sodass ich (krank) mit Marion (stoned) nachher die Betten aufbauen durfte. Da wir total ueberbelegt waren eine echt spassige Angelegenheit und da Marion die ganze Zeit hollaendisch mit mir sprechen wollte und ueber die Betten gelatscht ist haben wir uns nur totgelacht!

Leider, leider, leider waren nicht genug Bettdecken da, sodass Marion und ich in einem Bett schlafen mussten - nur mit einem Schlafsack als Decke - um uns gegenseitig warm zu halten... *fg*

Am zweiten Abend haben wir uns mal so richtig die Kante mit Lao-Lao gegeben (die starke Version) und ein ziemlich geiles Trinkspielchen gespielt, dass ich von einem Franzosen gelernt habe. Lao-Lao kickt Dich am Anfang total ins Abseits, aber nach einiger Zeit bist Du nur noch besoffen, kannst Dich aber sonst normal unterhalten. Vielleicht ein bizzl wie Absinth wuerde ich sagen, wobei es natuerlich schon anders wirkt.
Wir hatten jedenfalls total viel Spass und Lionel, Marion und ich haben die anderen wohl aus versehen doch einige Zeit vom schlafen abgehalten mit unserem gelache und gelalle... :)


Abtritt von der Buehne
Einige Gaeste und Tage spaeter hab ich dann gemerkt, dass ich im Baumhaus versacken wuerde, wenn ich nicht wieder aufbreche.
Das war dann einer der beiden Gruende, warum ich mich am Samstag schweren Herzens entschlossen habe, abzureisen - und es auch getan habe!
Waehrend wir (eine der Gruppen und ich) gerade auf dem Weg zurueck waren haben wir Jeff getroffen, der einen Gibbon im Arm hatte!
Er hat den armen kleinen Kerl vom Markt gerettet, wo er zum Verkauf angeboten war. Ein drei Monate altes Baby und total suess!
Gibbons sind Menschanaffen und die ca. 80 Tiere, die in diesem Park leben sind die letzten auf der Welt!
Leider hatte ich keine Kamera dabei, aber ungefaehr so, wie der schwarze Affe auf dem ersten Bild hier sieht er aus:
Gibbons

Eine hoppelige Fahrt mit dem Buschen spaeter war ich dann wieder in Houay Xai und in 'meinem' Guesthouse, wo ich seit zwei Tagen auf mein Paket aus Good Ol' Germany warte, um dann "endlich" in den Sueden von Laos zu reisen.


Plaaaaaanung
Dank meiner erfolgreichen Hinhaltetaktik im Norden habe ich jetzt leider nur noch einen Monat in Asien uebrig. Ich habe schon mit dem Gedanken gespielt, meinen Flug zu verlegen, aber ich denke, ich werde einfach Myanmar auslassen.
Ich weiss, Tony, Du wirst jetzt einen Entsetzensschrei ausstossen (;), aber ich habe einfach soooooo wenig Zeit... *fg*
Also, der Plan ist jetzt erstmal ein schoener Trip in den Sueden und dann nach Sued-Thailand, wo Winnie (der Sturm :) dann hoffentlich endlich verschwunden ist.

Friert ein bizzl fuer mich mit und sprueht ein paar nette Kurven Powder fuer mich in die Luft - ich schreibe euch dann, wie der Korallenstrand in Thailand ist. *smile*


Pai kawn
Che