Einmal Welt und zurück

Montag, Januar 03, 2005

Der Tauchenix

Happy New Year!
Als erstes ein Frohes Neues Jahr an alle, die das hier lesen ... und an alle anderen auch! :)

Vielen Dank für die vielen lieben emails von all den Leuten, die sich Sorgen gemacht haben, dass es mir gut geht. Ich habe zwar allen geantwortet, aber hier trotzdem nochmal die lange Fassung:

Mir geht es super, ich bin im Moment immer noch auf Koh Tao und wir haben hier erstaunlicherweise so gut wie nichts von dem Erdbeben mitbekommen. Zwei Tage später fing es dann so langsam an, dass die Fernseher nur noch diese Bilder gezeigt haben.
Ungefähr zu der Zeit ist uns auch klar geworden, dass wir doch ziemliches Glück hatten: eigentlich wollten wir im Moment in der Nähe von Krabi beim Klettern sein... :/

Jedenfalls ist Koh Tao auf der Ostseite von Thailand und damit vollkommen ausser Gefahr, von den Nachbeben in irgendeiner Weise beeinflußt zu werden. Auch in Krabi und Umgebung geht das Leben scheinbar weiter: ich habe mit ein paar Reisebekanntschaften gesprochen, die doch nach Krabi gereist sind und gestern gesagt haben, dass die Leute am Strand liegen und Party machen, als wäre nichts passiert. Vielleicht nicht ganz angemessen aber scheinbar sorgenfrei...


Faules Leben
Ich bin heute morgen aus meinem Bungalow gefallen um mal ein bizzl was von meiner Rechnung für die Unterkunft zu begleichen und bin aus allen Wolken gefallen: ich bin ja schon fast zwei Wochen hier!!!
Es ist echt so einfach, hier die Zeit zu vergessen ... und dabei habe ich überhaupt nicht viel gemacht! *seufz*

Mal sehen, ob ich das alles noch zusammen bekomme:


Klettern
Petra, Camilla und ich haben es echt einen Tag geschafft, bouldern zu gehen und ein paar ganz ordentliche Boulder zu ziehen. Der Fuzzi, der die Boulder hier definiert hat sein eigenes Bewertungssystem und wir sind alle drei easy bis zu "medium" gekommen, wobei die Mädels damit schon ihre Probelem hatten, weil doch ein paar recht weite Züge gefordert sind.
Meine Grenze ist dann eindeutig "medium hard" - ein paar sind zwar gefallen, aber im Durchschnitt bin eher _ich_ gefallen. *g*

Irgendwann in den letzten Tagen bin ich dann nochmal nur mit Camilla klettern gegangen und wir haben ein paar nette Sachen gezogen. Erstaunlicherweise haben wir sogar einen neuen Boulder definiert, der aber wohl eher in der Kategorie "easy" liegt! :)

Ansonsten konnte ich mich noch nicht aufraffen, etwas sportliches zu machen - es ist einfach zu lässig, in der Hängematte und am Strand zu liegen. Vielleicht zwinge ich eins von den Mädels die Tage, mich zu spotten oder sogar mit mir zu bouldern...
Ich habe sogar Farbe bekommen - jedenfalls für meine Verhältnisse. *g*


Tauchen...
... ist viel wichtiger im Moment! *g*
Ich kann mich noch gut erinnern, dass Darko mir gesagt hat, ich müsse unbedingt tauchen gehen - es sei soooo geil.
Und er hat ja soooo Recht: Tauchen macht süchtig.

Meinen Open Water Diver habe ich mit einem Australier (Will) gemacht und wir waren in der ersten Stunde so gut, dass wir das Confined Open Water Training garnicht gemacht haben sondern direkt auf 12 Meter gegangen sind. Damit haben wir fünf echte Tauchgänge anstatt nur drei bekommen und es war soooo genial.
Angeblich ist das Tauchgebiet hier nicht besonders gut, aber ich fand es schon unglaublich. Nicht auszudenken, wenn es woanders noch besser werden sollte... ;)

Wir hatten auch relativ schnell unsere Buoyancy (wie heisst denn das in deutsch zifix?!) so gut im Griff, dass David (unser Lehrer) meinte, wir hätten es besser drauf als einige der DiveMaster, die er kennt. *stolz sei*

Jedenfalls haben wir so um Weihnachten rum unseren Open Water Diver abgeschlossen und ich habe direkt mit dem Advanced Open Water angefangen.
Für alle, die nicht tauchen: als Open Water Diver ist man zertifiziert, bis zu einer Tiefe von 18 Metern zu tauchen (plus ein, zwei andere Einschränkungen) - als Advanced Open Water Diver bis zu 30 Meter!
Man hat dann eine Auswahl aus einer Reihe von Spezial-Tauchgängen, von denen man 5 machen "muss".
Ein Deep Dive und Navigation Dive sind Pflicht, die drei anderen kann man aus einer Liste auswählen. Ich habe den Night Dive, MultiLevel Diving und Peak Performance Buoyancy gewählt.
Besonders der letztere ist extrem genial: man taucht durch einen Hinderniskurs und muss verschiedenen Skills, die alle mit Buoyancy (Auftrieb?) zu tun haben.
Extrem hilfreich und sehr, sehr lustig. Besonders, weil die Lehrer total lässig sind und wir eigentlich nur Quatsch machen die ganze Zeit.

Die Sicht ist auch extrem gut hier - teilweise hatten wir bis zu 30 Meter!
Leider ist es in den letzten zwei Tagen ein bizzl windiger geworden, sodass wir (besonders bei dem Deep Dive auf 30 Meter) so gut wie nichts gesehen haben. Aber es soll jetzt wieder besser werden und darauf baue ich ein bizzl: Patra und Camilla haben auch ihren Open Water Diver angefangen und sobald sie fertig sind wollen wir ein paar Fun Dives machen - die kosten hier nämlich wirklich sogut wie nichts!


Viecherzeugs ;)
Wie gesagt, das Tauchgebiet soll nicht so toll sein, aber trotzdem haben wir schon Schildkröten, Haie, Rochen, Muränen und Triggerfish (und tausend andere) gesehen - es ist echt eine andere Welt.
Auf unserem zweiten Tauchgang sind wir sogar von einem Triggerfish angegriffen worden: wir sind aus versehen in sein "Heim" geschwommen und die Triggerfish hier sind extrem eigen was das angeht. Also ist es auf uns losgegangen und erst als Will noch neben mich geschwommen ist hat er es wohl mit der Angst zu tun bekommen und ist abgezogen... *g*

Meine absoluten Favourites sind übrigens die einfachsten Tierchen, die da unten rumkreuchen: Christmas Tree Worms.
Das sind Würmer, die auf Felsen usw. leben und - wenn sie aus ihrem Löchlein kommen - eine Art Fächer ins Wasser strecken, der aussieht wie ein Christbaum. Das geniale ist aber, dass die Kerlchen so unglaublich bunt sind. Die strahlendsten Farben, die man sich vorstellen kann. Wenn ein Felsen übersät ist mit ihnen sieht das einfach unbeschreiblich aus.
Könnte ich mir stundenlang anschauen... :)


Weiter?
Tjahaaa, morgen geht es dann auch los mit meinem Rescue Diver. *g*
Das ist der nächste Schritt in Richtung DiveMaster und eine echt sinnvolle Sache, weil es nicht nur einem selber sondern auch anderen Tauchern hilft.
Und danach?
David und Claude versuchen mich die ganze Zeit zu überreden, den DiveMaster und Instructor zu machen. Das sähe dann so aus, dass ich ein oder zwei Monate (oder länger - ganz wie ich will) hier bleibe, meinen DiveMaster mache, bei Lehhrgängen assistiere ... und sooft tauche wie ich will!
Das ist der beste Teil: ich brauche mindestens 60 Tauchgänge und ich kann jeden Tag fünfmal tauchen gehen, wenn ich will. Es gibt keine Einschränkung, ich kann soviele FunDives machen, wie ich will und sie sind alle kostenlos!
Plus, Jeff hat mir angeboten, dass ich danach in seinem Shop als DiveMaster und Instructor arbeiten kann, wenn ich will.
Das Gehalt wäre für Thailand gut, man kann davon echt nett in einem netten Haus leben - aber man spart halt nichts an.
Dementsprechend hin-und-hergerissen bin ich im Moment. Die Leute sind total cool, das wäre sicher die geilste Zeit überhaupt und wenn ich _danach_ nach Australien gehe könnte ich da auch als DiveMaster ein bizzl Geld verdienen.
Ich weiss im Moment echt nicht, was ich machen soll!

Also werde ich wohl erstmal morgen meinen RescueDiver anfangen und dann schauen, was ich danach mache. Es wäre ja schon irgendwie ein Traum: eine tropische Insel, Sonne, Strand und tauchen soviel ich will. *seufz*


Und sonst so?
Ansonsten hänge ich viel mit den beiden Schwedinnen oder den Tauchleutchen rum und mache nix (wenn ich nicht gerade im Wasser bin :).
Den einen Tag haben wir ein Boot gemietet und sind um die Insel geschippert um zu schnorcheln - sehr genial, auch wenn wir leider nicht in "Shark Bay" halten konnten, da es ein bizzl zu viele Quallen hatte. Wir haben aber trotzdem ein paar echt geniale Spots gesehen und lässie Fotos mit einer 300 Baht Unterwasserkamera gemacht, die dann auch nach der letzten Session geflutet war und die Bilder alle über den Jordan sind... :(

Ich bin dann auch mittlerweile mehr in Richtung Insel-Zentrum gezogen und in die gleiche Bungalow-Anlage wie die Mädels: für 50 Baht mehr habe ich ein super-grosses und sehr schönes Zimmer - ausserdem sitze ich eh meistens mit den Mädels auf ihrer Terasse in der Hängematte! *g*

Übrigens ist es echt das Beste am Reisen, dass man keinen Zeitplan hat. Ich bleibe hier einfach so lange, wie ich lustig bin. Und wenn ich nicht mehr mag, dann mache ich mich wieder auf den Weg.
DAS ist echter Luxus! :)


Paaaaaaarty!
Irgendwie bin ich viel zu faul um so richtig zu feiern.
An Weihnachten haben wir nur lecker und fein gegessen und haben uns den Sternenhimmel auf dem Pier angeschaut (inklusive einem kleinen Ausflug ins Wasser für alle, als die Mädels zu frech wurden! ;)

Sylvester war dafür ganz extrem strange:
Kurz vor Mitternacht standen wir inmitten von Locals und Farang (Touristen) am Strand und haben uns das Feuerwerk angeschaut. Das Wasser ist um unsere Füße geschwappt und der Himmel war strahlend hell von den vielen Raketen und Kerzen-Mongolfieren, die die Leute haben steigen lassen.
Es war total warm, sodass wir in kurzen Hosen und T-Shirt rumstanden und Busserl und Umarmungen von Leuten tausend verschiedener Nationalitäten bekommen haben.
Im Hintergrund lief lässige, elektronische Musik und die Stimmung war irgendwie total ekstatisch.
Sehr, sehr komisch aber unglaublich schön - und sehr exzessiv.
Die Locals haben die ganze Zeit irgendwelche Blätter gekaut und angebote und wir dachten zuerst, die wären nur wegen des Geschmacks, weil sie immer mit den Drinks kamen. Okay, vielleicht ein bizzl naiv, aber wir haben echt nicht drüber nachgedacht.
Scheinbar nehmen die Locals das aber als Droge - wir haben nur nicht so richtig rausbekommen, welche Menge man futtern muss, damit es wirkt: wir haben überhaupt nichts gemerkt und dabei hatten wir das Gefühl, einen ganzen Baum geäst zu haben! *g*


Ich hoffe, diesmal ist der Blogger-Eintrag nicht zu verwirrend - irgendwie kommt es mir jedesmal so vor, als könnte nur ich verstehen, was ich da schreibe. Es ist aber auch sehr, sehr schwer zu beschreiben, wie es ist wenn man reist: man muß es selber gemacht haben. Wenn man dann einen anderen Traveller trifft und er einem eine Geschichte erzählt, die eine unglaubliche Bedeutung für ihn hatte, kann man es nie wirklich nachvollziehen. Aber wenn man das Grinsen des anderen sieht - ein ganz, ganz spezielles und besonderes Grinsen - dann weiss man genau, was der andere dabei gefühlt hat - weil man selber auch solche Erfahrungen gemacht hat. Und wenn man selber davon erzählt hat man genau das gleiche Grinsen im Gesicht...


Sawat dii pii mai
Che