Einmal Welt und zurück

Mittwoch, Februar 23, 2005

Allein auf Koh Tao

Alle weg!
Die Trauer ist groß: gestern ist mein Koh Tao-Bruder Oscar nach Australien abgereist. Ist echt komisch irgendwie. Wir haben jeden Tag irgendeinen Quatsch gemacht,. abends immer bei mir oder ihm rumgehangen und sind dann auf die Piste gegangen.
Da in letzter Zeit die "Basis-DMT's", also die Leute, mit denen wir immer Party gemacht haben abgereist sind, waren wir so ziemlich das Zentrum aller Feier-Aktivitäten.
Besonders, da wir die einzigen waren, die keine Drogen nehmen. Alle anderen sind halt irgendwann um zehn in der Rockbar mit zwanzig Joints im Kopf versackt - nur wir haben Sairee-Beach (das Party-Zentrum auf Koh Tao :) unsicher gemacht.
Das war schon eine coole Zeit... *seufz*


Pre-Abreise Quatsch
In den letzten Tagen haben wir aber auch nochmal ein bizzl unsere Grenzen neu gesteckt: in zwei enormen 70 Minuten Tauchgängen (bei denen uns der Captain des Bootes jedesmal gesagt hat, dass er das nächste Mal ohne uns fährt) haben wir auf dem Grund der populärsten divesite einen gigantischen Kompass gebaut, der sogar genau nach Norden zeigt. Wenn man einen Fundive leitet kann man kaum anders, als direkt dran vorbei zu schwimmen. *g*
Das war aber auch ein Stress: die ganzen toten Korallen zusammentragen (wobei wir immer peinlich genau drauf geachtet haben, dass kein Tier drin wohnt), dann die Form bestimmen, mehr Korallen holen, die Grundstruktur bauen, viiiiiiel mehr Korallen holen ... undsoweiter.
Aber es hat sich gelohnt, wir haben Koh Tao unseren Stempel aufgedrückt. *g*


Mehr Grenzen
Laut PADI dürfen wir ja eigentlich keine "Overhead Environments" (also Wracks oder Höhlen oderso) tauchen, da wir den Extra-Kurs dafür nicht belegt und auch nicht die richtige Ausrüstung haben.

Eigentlich...

Glücklicherweise ist uns das ganze relativ egal, sodass wir auf einem Tauchgang überglücklich waren, als wir hinter einem Felsen einen bisher unentdeckten swim-through gefunden haben. Und noch glücklicher waren wir, als sich rausstellte, dass sich dahinter ein relativ großes Labyrinth von Höhlen verbirgt! :)
Also haben wir uns aufgemacht und das Labyrinth ein bizzl erkundet.
Tatsächlich ist scheinbar nur ein kleiner Seiteneingang zu dem Labyrinth bisher bekannt, den Rest haben wir wirklich neu entdeckt. Der Seiteneingang ist nur ein swim-through, führt aber an einer Art Fenster vorbei, das in unser Höhlensystem schaut.
Also sind Oscar und ich in den nächstbesten Laden gestiefelt und haben uns eine kleine Plastikfigur gekauft. Mit Bleigewicht und Schnur bewaffnet sind wir dann wieder runter und haben uns in das Labyrinth vorgekämpft.
Das ganze ist ein bizzl schwer, da wir teilweise unser Equipment ausziehen mussten um uns durch die Durchgänge zu quetschen. Bei der letzten Höhle, die zum Fenster führt hat Oscar dann eine Schnur um meine Hüfte gebunden und ich bin in den Durchgang gekrochen - BCD und Tank vor mir herschiebend. Falls ich stecken geblieben wäre hätte Oscar mich dann (hoffentlich :) an der Schnur zurückziehen können.
In der Höhle angekommen habe ich die Figur mit dem Gewicht beschwert und so plaziert, dass man sie durch das Fenster sehen kann - aber niemals erreichen. *g*
Sieht super-witzig aus, wenn man in das Fenster schaut und eine kleine, gelbe Badeente in der Mitte der Höhle schwebt... *lach*


Die dolle 100
Vor einigen Tagen haben wir dann auch endlich unseren hundersten Tauchgang gehabt. Der wird hier immer ein bizzl aussergewöhnlich getaucht: einen Tag vor uns haben zwei Mädels von Buddhaview (eine andere Tauchschule) einen kompletten Tauchgang nackt gemacht. Nur ein Schild mit "100" darauf hatten sie um den Hals! *g*

Das zu toppen war natürlich nicht möglich, aber wir haben unser Bestes gegeben: nur in Schwimmshorts habe ich meine BCD (das ist wie eine Jacke, die einem den nötigen Auftrieb gibt und den Tank hält) angezogen und Oscars BCD an meinem Tank befestigt. Dann sind wir so ins Wasser, Oscar ist ohne Gear und nur mit Flossen und Maske neben mir hergeschwommen und hat ab und an von seinem Tank geatmet.
An der meistfrequentierten Stelle habe ich dann unser Gear abgesetzt und wir sind nur mit Maske und Flossen durch die Gegend geschwommen und haben ab und an einen Atemzug aus den Flaschen genommen - und das ganze bei 18 Metern Tiefe! :)
Verdutzte Gesichter und eine Menge Gelächter plus ein paar richtig geniale Fotos waren das Ergebnis und wir hatten tierisch Spaß. Es ist ein unglaubliches Gefühl von Freiheit, ohne Gear zu tauchen.
Sobald Paul wieder hier ist müssen wir das mal bei 30 Metern machen...


Fishing for ... fish
Auch sehr nett war unser kleiner Angelausflug vor einer Woche: Mit Dom, Oscar und Tony bin ich auf ein kleines Bootchen und wir sind nachts mit unserem Captain rausgefahren um Fische zu fangen.
Viele Fische!
Große Fische!!
Nach nur drei Stunden hatten wir zwei große Red Snapper, sechs Striped Trevally und eine Longfin Trevally im Boot - insgesamt 12 Kilo Fisch!
Einen Snapper und eine Trevally hat unser Captain dann noch auf dem Boot zubereitet - ihr glaubt garnicht, wie genial das schmeckt. Frischer geht es nimmer und mit den Thai-Gewürzen und Sticky Rice ... unbeschreiblich. :)

Die restlichen Fische haben wir am nächsten Tag dann vor meinem Bungalow gegrillt und mit meinen Thai-Nachbarn verspeist. Die haben sich gefreut wie die Schneekönige, weil dieser Fisch scheinbar sogar in Thailand recht teuer ist und wir ihn halt in Mengen hatten. Also haben wir so richtig schön geschlemmt und dafür eine Einladung zu einem echt thailändischen Barbeque am nächsten Tag bekommen.
Und auch wenn man es nicht erwartet: die Thai wissen, wie man Barbeque macht!
Einer meiner Nachbarn hat ein Boot und geht jeden Tag Squid fangen. Also hatten wir ein Squid-Barbeque der feinsten Art: zehn Kilo fangfrischer Tintenfisch, auf ein Dutzend verschiedene Arten zubereitet und gegrillt! *mjam*
Wir haben stundenlang einfach nur dagesessen, versucht Thai zu reden und haben gegessen und gegessen und gegessen - Pah hat keine Ruhe gegeben, bis wir jede einzelne Speise zumindest probiert hatten.
Und dann gab es natürlich den selbstgebrannten Thai-Whisky dazu... alter Schwede! *g*
Ein sehr, sehr lustiger Abend und scheinbar spricht man besser Thai, wenn man betrunken ist. Jedenfalls hatten wir nachher kaum noch Probleme, uns verständlich zu machen ... oder die Themen wurden extrem einfach! ;)


Schnorcheltest
Oscars persönlicher Tiefpunkt in Sachen trinken war dann vor zwei Tagen.
Stichwort: Schnorcheltest!
Jeder, der seinen DMT beendet muss am Ende diesen Test machen. Dabei wird ein Schnorchel mit einem Trichter ausgestattet und das willige Opfer bekommt eine Maske aufgesetzt, deren Gläser geschwärzt sind.
Dann darf er noch einmal Luft holen und nachdem er den Schnorchel in den Mund genommen hat wird Alkohol in rauhen Mengen in den Trichter gegossen. Dabei darf das Opfer nichts verschütten, sonst geht es von vorne los.

Oscars Waffe seiner Wahl war ein Eimer Whisky-Coke, verfeinert mit einem viertel Liter Vodka (was er natürlich nicht wusste ;). Normalerweise gehen die Teilnehmer entweder sofort kotzen ... oder müssen später einen hohen Preis zahlen.
Oscar hat es drin behalten.
Und ich habe ihn noch nie so betrunken gesehen! *lach*
Er hat hinter der Bar die verrücktesten Cocktails gemischt (und getrunken), ist in eine Eisbox geklettert und hat sich darin versteckt und hat versucht, die beiden Barkeeper-Damen zu verführen: die ganze Bar hat gebrüllt vor Lachen!
Nachdem er dann noch über die Bar gesprungen ist und sich beinahe das Genick dabei gebrochen hat (zum Glück habe ich es auf Video aufgenommen - es sah echt Filmreif aus :) haben wir ihn dann aber doch nach Hause getragen, da er nicht einen Schritt mehr laufen konnte.
Allerdings hat er es irgendwie geschafft, nachts aus seinem Bungalow zu kriechen und ist am Morgen unter seiner Hängematte aufgewacht: übersät mit Mückenstichen!
Und er erinnert sich natürlich an nichts mehr... *g*

Ich kann es ja kaum erwarten, bis ich dran bin. :)


Eine geile Zeit euch allen und fahrt ein bizzl Powder für mich mit - selbstverfreilich nur die Snowboarder unter euch! :)

So long
Che

Samstag, Februar 12, 2005

Worte fehlen

Die letzten Wochen
Nach soooo langer Zeit ist es echt schwer, die ganzen Erlebnisse der letzten Wochen hier zusammenzutragen. Die Tage vergehen total langsam und ich habe das Gefühl, dass ich schon seit Jahren unterwegs bin - aber ich werde es versuchen. :)

Im Prinzip hat sich nicht viel geändert: meine Tage bestehen immer noch aus aufstehen, tauchen, essen, tauchen, party, schlafen, aufstehen ... aber es ist einfach ein geniales Leben, das kann ich euch versprechen!


Sprachprobleme
Ich habe festgestellt, dass ich deutsch total verlerne. Manchmal kommen Kunden bei uns in den Shop, die deutsch und nur wenig englisch sprechen und mit denen "muß" ich dann kommunizieren und unser Programm etc erklären oder die Gruppe in einem Fun Dive leiten. Und dann fällt mir immer öfter auf, dass ich nicht mehr weiß, wie man Sachen in deutsch ausdrückt - und das "You know!" eindeutig kein deutsches Füllwort ist. Nache einiger Zeit wird es dann zwar wieder besser, aber letztens hatten wir einen bösen, bösen Abend und ich habe versucht, mit zwei deutschen Mädels angetrunken in deutsch zu sprechen: keine Chance. Wir hatten ein paar gute Lacher und sind dann wieder ins englische verfallen. *g*


My home is my ... empty space?
Ich habe es mittlerweile geschafft, mir einen Schrank, einen Tisch und ein paar Sitzkissen zu besorgen, sodass mein Appartment mittlerweile nicht mehr ganz so leer aussieht. Der nächste Schritt wäre, dass ich mir ein neues Bett besorge, weil meins total quietscht und mich jede Nacht aus dem Schlaf reisst. Dann denke ich aber auf der anderen Seite, dass ich mittlerweile doch mal wieder reisen möchte und vielleicht doch nicht ewig auf dieser Insel sitzen will. Und dann habe ich keinen Bock, für das Bett zu zahlen und es nachher den Besitzern zu schenken, weil ich es nicht los werde. *grübel*
Ach, ich habe sowieso sooo viele Ideen für Sachen, die ich in meinen Bungalow stopfen will: die verkaufen hier einen gebrauchten 29" Flachbildfernseher für 10000 Baht (200 Euro) der perfekt an meine Wand passen würde! *g*
Oder eine kleine Kochniesche, damit ich nicht immer mein Essen teuer kaufen muß.
Leider ist das alles viel zu teuer: ich muss langsam mal anfangen, wieder ein bizzl zu sparen, sonst wird das doch eine seeeehr kurze Reise. :/


Besucher
Wo wir gerade dabei sind: ich bin nach meinen derzeitigen Plänen bis 18. April 2005 hier auf Koh Tao. Ein Flug von Deutschland kostet ca. 150 Euro. 1500 Baht (30 Euro) kostet der Transfer nach Koh Tao und dann ist alles, für das man noch zahlen muß das Essen und eventuell ein Motorrad.
Aaaalso: wenn mich jemand hier besuchen möchte und einen seeehr günstigen Urlaub verbringen will, ist er oder sie herzlich willkommen. In meinem Bungalow ist mehr als genug Platz und das Essen ist wirklich saugünstig. Tauchen kann man auch (wunder, wunder ;) und ich würde dann selbstverfreilich die Tauchgänge leiten, wenn das gewünscht wird. *g*
Ich würde mich total freuen...


Mein Highlight
Mein persönliches Highlight der letzten Wochen war eindeutig mein Trip zu den Similans. Manch einer mag sich gewundert haben, warum es so still bei mir geworden war. Der Grund ist, dass eines schönen Tages Dave zu mir kam und mir einen Trip zu den Similan Islands zu einem unglaublich günstigen Preis angeboten hat. Sie wären schon elf Leute, ein Platz sei noch frei und ob ich Lust hätte.
Na, aber hallo!
Also bin ich vor ca. 10 Tagen mit den anderen aufgebrochen, um eine unbeschreibliche Woche zu verbringen...

Simi ... was?`
Die Similan Islands sind eine Inselgruppe auf der anderen (bösen Tsunami-)Seite von Thailand. Es ist ein Marine Park und dementsprechend gibt es keine Hotels auf den Inseln und (zumindest in der Theorie :) keine Fischerboote und keinen Müll in dem gesamten Gebiet.
Ich muß sagen, dass mir wirklich die Worte fehlen um dieses Erlebnis zu beschreiben (deshalb auch der Titel ganz oben :).

Es war ein Liveaboard Trip, was bedeutet, dass wir ganze sieben Tage auf einem Segelboot gelebt haben - keine Landgänge (okay, ausser einem) und jeden Tag tauchen!
Aber von vorne...


Sampai Jumpa
Das war der Name des Bootes von Frank und Benni, den beiden Guides auf unserem Trip. Dazu kamen Jack, der Captain, E als Bootsjunge und Engineer und Ying unsere Köchin. In Thailan muss jedes Boot einen Thai Captain und Engineer haben, sonst darf es nicht auslaufen - dementsprechend waren Jack, E und Ying alle drei Thai und super-nett.
Unsere Tage sahen so aus, dass wir um halb sieben aufgestanden sind, einen Kaffee geschlürft und dann den ersten Tauchgang gemacht haben. Danach gab es Frühstück und zwei bis drei Stunden Pause. In der Zeit haben wir meistens noch ein bizzl geschlafen oder uns in die Sonne geknallt oder einfach ein bizzl im Meer geschwommen.
Dann kam Tauchgang Nummer zwei und Mittagessen im Anschluß. Wieder zwei bis drei Stunden Pause mit Sonnenbaden, quatschen und schlafen (es ist ertaunlich, wie viel Energie tauchen kostet) und Tauchgang Nummer drei.
Genau - wieder Pause und zum Abschluß des Tages einen Sunset Dive oder einen Night Dive - je nachdem, wie schnell oder langsam wir im Tag waren. Danach dann noch Dinner und ein bizzl gequatsche und dann ging es auch schon in die Koje.


Steeeeernenhimmel
A propos Koje: ich habe nicht eine einzige Nacht in selbiger verbracht. Jede Nacht bin ich auf Deck mit einem dünnen Laken unter dem Sternenhimmel eingeschlafen. Und glaubt mir, so einen Sternenhimmel habt ihr noch nicht gesehen, wenn ihr noch nie auf einem Boot übernachtet habt: Quadrifillimilliarden Sterne, ein wunderschöner Mond und das ganze Wasser voller Biolumineszenz. Wenn das Boot Nachts unterwegs war sah es aus, als würde es auf Feuer fahren, weil das Wasser so geleuchtet hat. Teilweise konnte man Barracudas jagen sehen, weil sie im letzten Moment ihrer Jagd so beschleunigen, dass das Wasser leuchtet.
Unbeschreiblich schön und ich habe selten so gut geschlafen wie auf diesem Boot. *strahl*


Futter
Ying unsere Köchin hat wirklich Wunder vollbracht in den sieben oder acht Tagen. Ich glaube, ich habe auf dem Boot das Beste Thai- und Western-Essen gegessen, dass ich hatte seit ich in Thailand angekommen bin. Und in rauhen Mengen!
Ich dachte wirklich, ich habe mindestens zehn Kilo zugenommen in der Zeit, weil ich ohne Übertreibung die ganze Zeit am essen war und riesige Portionen verdrückt habe. Aber scheinbar verbraucht tauchen _wirklich_ 500 bis 1000 Kalorien pro Tauchgang (steht im Lehrbuch). Jedenfalls habe ich nicht wirklich zugenommen, aber dank der Mästung glücklicherweise auch nicht ab! :)
Als (einziger) Vegetarier an Bord habe ich übrigens immer eine liebevoll gekochte Mini-Portion der Fleichgerichte bekommen, in denen statt des Fleisches King Prawns oder Fisch war. Hach, das war schon ein Leben... *schmacht*


Der Tauchenix
Jetzt das wichtigste: die Tauchgänge! :)
Von allen Tauchern, die dabei waren hatte ich mit die wenigste Erfahrung, da ich ja erst mit meiner Taucherei angefangen habe. Aber ich hatte null Probleme, mit den anderen mitzuhalten - ganz im Gegenteil: mit meinen neuen Flossen bin ich so sau-schnell, dass ich teilweise die anderen gegen die Strömung überholt habe!

Kurzes Intermezzo, weil es mir gerade einfällt: für den Trip habe ich mich tatsächlich komplett mit Tauchmaterial (sprich Regulator, BCD und der ganze Kram) eingedeckt, weil es mich sonst nochmal mehr gekostet hätte, den ganzen Kram zu mieten. Und es hat sich schon mehr als bezahlt gemacht. Es ist einfach viel geiler, mit dem eingenen Kram zu tauchen. Man fühlt sich sicherer und man gewöhnt sich einfach viel besser an sein Gear. Und dank der Rabatte von unseren Dive Instructors hier habe ich auch nicht _soooo_ viel für den ganzen Kram ausgeben müssen. :)

Aber zurück zum Tauchen.
Bei unserem ersten Tauchgang ist uns allen die Luft weggeblieben. Wir sind ja hier Koh Tao tauchen gewöhnt. Das heisst, Visibility von 20 Metern wenn es gut läuft, ganz selten mal 25 oder 30. Das aber auch nur zur besten Zeit. Dann halt schon schöne Fische, aber man freut sich über einen schönen Blue Ringed Angelfish oder einen Blue Spotted Stingray schon tierisch.
Dann also der erste Tauchgang auf den Similans: 30 - 40 Meter Visibility, tausende von verschiedenen Butterflyfish, Angelfish, Morrays ... ich kann es garnicht alles aufzählen. Wir haben beim schnorcheln an Richelieu Rock mehr verschiedenen Fische gesehen, als auf Koh Tao bei einem verdammt guten Tauchgang. Es ist wirklich unbeschreiblich.
Nach jedem Tauchgang kamen wir hoch und haben eine halbe Stunde durcheinander geplappert, was wir alles gesehen haben. Oder angefasst... :/
Ich bin eigentlich wirklich nicht der Typ, der irgendetwas unter Wasser anfasst, aber es war einfach zu reizvoll. Cuttlefish, die auf die ausgetrecke Hand zuschwimmen und sich praktisch schon selber mit der Hand streicheln (und dabei die Farbe in den unglaublichsten Formen und Übergängen wechseln), Haie, die einfach nur daliegen und darum betteln, gestreichelt zu werden.
Wie gesagt, mir fehlen die Worte. Wir haben am Ende so viele Lionfish gesehen (und zwar vier unterschiedliche Sorten), dass wir nachher kaum noch danach geschaut haben. Leopard Sharks, Whitetip Sharks, Gray Reef Shark, Black Tip Sharks ... ich könnte noch unendlich weiter machen.
Und glücklicherweise haben wir es tatsächlich geschafft, mein neuer Favourite Fish zu finden: den Ghost Pipefish!
Eigentlich ein ziemlich langweiliger Fisch, weil er nur dasitzt und nix tut, aber ein unglaublicher Tarnkünstler, sehr schwer zu entdecken ... und meiner Meinung nach unglaublich schön. :)
Hach, ich gerate hier schon wieder ins schwärmen und werde ganz nervös - es reicht schon, wenn ich nur an das Wasser denke.
Man steht auf dem Rand des Bootes und schaut ins Wasser. Glasklar - und ich habe das Wort schon oft gebraucht aber noch nie so gemeint! Man kann den Boden sehen, die Korallen, kann die Fische erkennen, identifizieren und beobachten. Wenn man im richtigen Winkel auf flacheres und ruhiges Wasser schaut, sieht es so aus, als wäre überhaupt kein Wasser da sondern als würden die Fische in der Luft schweben!
Also wird es wohl so ca. 6 Meter tief sein.
Pustekuchen - der nächste Dive und wir sehen auf unserem Tauchcomputer 16 Meter!!!
Die Strände sind voll von dem weichsten und weissesten Sand, den ich je gesehen habe. Totale stille, weil ausser ein paar Tauchbooten niemand auf den Inseln ist.
Es ist wirklich ein Paradies. *seufz*


Go deeeep!
Aber nochmal kurz zurück zum tauchen: wir haben wirklich unseren Körper auf Maximum strapaziert bei diesen Dives. Fast jeder Tauchgang war ein Negative Entry - also die Luft komplett aus der BCD rauslassen und nach dem Entry direkt nach unten tauchen.
Teilweise hatten wir unglaublich starke Strömung, gegen die wir anschwimmen mussten ... oder uns einfach an einem Felsen festklammern mussten um nicht weggespült zu werden.
Jeder Tauchgang war mindestens 30 Meter tief (wenn auch nicht die ganze Zeit :) und ich bin dreimal in einen Dekompressions-Tauchgang geraten. Das heisst, dass sich so viel Nitrogen im Blut ansammelt (weil man zu lange zu tief taucht), dass man Dekompressionsstops bei bestimmten Tiefen machen muss.
Sprich: Nicht gut. :)
Ausserdem habe ich meine persönliche tiefste Tiefe in einem Tauchgang überboten: Laut PADI darf man im Recreational Diving maximal 40 Meter tief tauchen, 42 Meter in Notfällen und nur kurz.
Wir waren runter auf 55 Meter - sagt es aber nicht meinen Studenten hier. ;)


Ein Ende ist in Sicht
Glaubt mir, ich könnte noch Stunden weiterreden und von dem genialen Trip erzählen, aber ich will es damit gut sein lassen dass ich sage, es war (wiedermal :) eine der besten Sachen, die ich in meinem Leben gemacht habe und ich kann nur wieder sagen, dass jeder Mensch mindestens einmal in seinem Leben ein laaange Reise machen sollte um diese Erfahrungen selbst zu machen - es ist unbeschreiblich und bestimmt unvergesslich.


In diesem Sinne noch einmal mein Angebot: kommt für ein paar Tage hier runter und schaut euch an, wie es so ist. Das Tauchen wird immer besser zur Zeit, weil die Visibility besser wird, wir werden sicher unseren Spaß haben und Party machen ohne Ende und günstiger kommt ihr hier nicht mehr her. Und ihr werdet einen schönen Teint bekommen, um den euch eure Freunde beneiden - wenn sogar ich braun werden kann! *g*


Aloa
Che "Whitetip"